Home
http://www.faz.net/-hub-7ay9k
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Türkei Erdogans Stellvertreter macht Juden für Proteste verantwortlich

Die Regierung Erdogan schiebt die Schuld an der Protestwelle im eigenen Land schon länger Dritten zu. Nun macht der stellvertretende Regierungschef Besir Atalay Juden für die massiven Demonstrationen verantwortlich.

© AP Vergrößern Am 15. Juni räumte die Polizei den Gezi-Park

Der stellvertretende türkische Regierungschef, Besir Atalay, hat die Juden im Land für die wochenlangen massiven Proteste in Istanbul und anderen Städten verantwortlich gemacht. Die Proteste, die Ende Mai mit Demonstrationen gegen Bauarbeiten im Istanbuler Gezi-Park begonnen hatten, „wurden von der jüdischen Diaspora organisiert, die bei dem Ereignis aktiv war“, wurde Atalay am Dienstag in der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ zitiert. Auch die internationale Presse und andere „ausländische Kräfte“ hätten sich an einer „Destabilisierung“ der Türkei beteiligt.

An den dreiwöchigen Protesten hatten sich nach Polizeischätzungen mehr als 2,5 Millionen Menschen in fast 80 türkischen Städten beteiligt. Schon bald richtete sich ihre Wut gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, dem sie einen autoritären Regierungsstil und eine Islamisierung der Türkei vorwarfen. Die Polizei ging hart gegen die Proteste vor, drei Demonstranten und ein Polizist starben. Außerdem wurden nach Angaben der türkischen Ärztevereinigung fast 8000 weitere Menschen verletzt.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Prügel im Parlament in Ankara Politikverdroschen

Handfeste Debatten über ein Gesetzespaket zur inneren Sicherheit in der Türkei haben schon mehrere Verletzte gefordert. Die Opposition wirft der Regierung vor, einen Polizeistaat zu schaffen. Mehr Von Michael Martens, Istanbul

20.02.2015, 18:01 Uhr | Politik
Proteste in Türkei Kurden in Angst um Landsleute

Kurden in der Türkei und auf der ganzen Welt solidarisieren sich mit kurdischen Kämpfern, die im Norden Syriens gegen den IS vorgehen. Allein bei kurdischen Protesten in türkischen Städten sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen ums Leben gekommen. Mehr

16.10.2014, 10:02 Uhr | Politik
Der Mord an Özgecan Aslan Twittern statt Schweigen

In der Türkei wird eine junge Studentin versucht, zu vergewaltigen und ermordet. Der Fall führt zu landesweiten Protesten: Die Frauen wollen nicht länger über Gewalt und Sexismus schweigen. Mehr Von Andrea Diener

25.02.2015, 18:53 Uhr | Feuilleton
Zusammenstöße mit türkischer Polizei Erneute Kurdenproteste

Erneut haben Kurden in mehreren Städten in der Türkei gegen das Verhalten des Landes im Fall der syrischen Grenzstadt Kobane protestiert. In der Stadt Cizre kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Autos gingen in Flammen auf. Mehr

10.10.2014, 10:53 Uhr | Politik
Österreichisches Islamgesetz In der Tradition des Sultans

Ankara kritisiert Wiens neues Islamgesetz. Erdogan bezichtigt Europa der Vorurteile gegen Muslime. Tatsächlich fürchtet er den Einflussverlust auf Österreichs Türken. Mehr Von Michael Martens, Istanbul

03.03.2015, 10:52 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 02.07.2013, 12:01 Uhr

Schraibm nach gehöa

Von Uta Rasche

„Schreiben nach Gehör“ ist unterlassene Hilfeleistung. Denn die Lehrmethode verlegt das Lernen von der Schule nach Hause. Mehr 79