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Türkei : „Säuberungswelle“ trifft amerikanischen Geheimdienst

  • Aktualisiert am

Türkische Soldaten bei einer Militärparade: Tausende Armeeangehörige wurden entlassen. Bild: AP

Zahlreiche Ansprechpartner der amerikanischen Nachrichtendienste in der Türkei sind offenbar entlassen oder verhaftet worden. Das erschwert laut Geheimdienstchef Clapper den Kampf gegen den IS.

          Die sogenannten Säuberungsaktionen der türkischen Regierung in der Armee behindern aus Sicht der Amerikaner den Kampf gegen die Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). „Viele unserer Gesprächspartner sind entlassen oder verhaftet worden“, beklagte Geheimdienstdirektor James Clapper am Donnerstag auf einer Sicherheitskonferenz im Bundesstaat Colorado. „Es steht außer Frage, dass das unsere Kooperation mit den Türken zurückwerfen und schwieriger machen wird.“ Betroffen sei der gesamte Sicherheitsapparat.

          Nach türkischen Regierungsangaben wurden seit dem Putschversuch vor zwei Wochen mehr als 15.800 Menschen festgenommen, etwa 10.000 davon aus dem Militär. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan entließ zudem in der Nacht zum Donnerstag per Dekret 1684 Offiziere unehrenhaft aus den Streitkräften, 149 davon im Generalsrang. Das entspricht weit mehr als einem Drittel aller Generäle des Nato-Mitglieds.

          Türkei : Welle von Entlassungen und Festnahmen hält an

          Die Türkei ist für die Vereinigten Staaten ein äußert wichtiger Partner im Kampf gegen den IS. Die von den Amerikanern angeführte Allianz fliegt von der türkischen Nato-Basis Incirlik aus Luftangriffe gegen die Terrormiliz.

          Der amerikanische Geheimdienst CIA unterhält zudem einen Stützpunkt in der Türkei. Von dort unterstützt er mutmaßlich gemäßigte syrische Aufständische. Zudem gibt es amerikanische Horchposten in dem Land sowie ein Frühwarnradar für ein europäisches Raketenabwehrsystem. Dennoch gibt es zwischen den beiden Staaten Spannungen: So haben Vertreter der Vereinigten Staaten beklagt, dass die türkisch-syrische Grenze für IS-Kämpfer nicht geschlossen sei.

          Quelle: peer./Reuters/dpa

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