http://www.faz.net/-hox-8faay

NDR-Satire : Beim diplomatischen Streit kommt es auf Nuancen an

  • Aktualisiert am

Der deutsche Botschafter Martin Erdmann wurde von der türkischen Regierung einbestellt. Bild: dpa

Einladen, Einbestellen, Abberufen: Die Klaviatur der diplomatischen Auseinandersetzung ist lang. Entscheidend ist, die Nuancen rauszuhören.

          Sie sind die ranghöchsten Vertreter ihrer Nation im Ausland, sie genießen Immunität und nehmen vor allem repräsentative Aufgaben wahr: Diplomaten kommt im bilateralen Verhältnis von Staaten eine besondere Position zu. Ein Diplomat hat etwa die Vollmacht, für sein Land zu verhandeln. Wenn es, wie jetzt im Fall von Türkei und Deutschland wegen einer Fernsehsatiresendung zu Spannungen kommt, nehmen die Botschafter eine Schlüsselrolle ein. Ein Überblick über das Einladen, Einbestellen und Ausweisen der Landesvertreter. 

          • Eine Einladung ist die sanfteste Form der Kritik. Der Botschafter wird höflich zum Gespräch gebeten. Das soll den Eindruck vermeiden, dass ernsthafte Spannungen zwischen beiden Ländern bestehen.
          • Die förmliche Einbestellung ist wesentlich schärfer und signalisiert größere Verstimmung. Genau dieses Mittel wählte die türkische Regierung vor wenigen Tagen, als sie den deutschen Botschafter in der Türkei einbestellte.
          • Reicht eine Einbestellung nicht mehr aus, folgt die Anweisung zur Abberufung des Botschafters. Laut dem „Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen“ kann ein Staat einen Diplomaten für unerwünscht erklären. Der Entsendestaat hat dann Zeit, um die „persona non grata“ abzuberufen. Geschieht das nicht, wird der Diplomat ausgewiesen.

          Die Abberufung eines Botschafters erfolgt nur bei schweren diplomatischen Verwerfungen. So wies die Türkei 2011 den israelischen Botschafter aus und zog ihren eigenen Botschafter aus Israel ab, nachdem israelische Soldaten bei der Erstürmung einer Gaza-Hilfsflotte neun türkische Aktivisten getötet hatten.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Union und Grüne beginnen Sondierungen für Jamaika-Bündnis Video-Seite öffnen

          Neue Regierung gesucht : Union und Grüne beginnen Sondierungen für Jamaika-Bündnis

          Die Spitzen von Union und Grünen loteten am Mittwochnachmittag erstmals die Chancen für eine Jamaika-Koalition auf Bundesebene aus. Kurz vor Beginn der Sondierungsgespräche hatten sich Katrin Göring-Eckardt, Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag und Cem Özdemir, Grünen-Bundesvorsitzender optimistisch gezeigt.

          Union und FDP zuversichtlich nach erster Jamaika-Sondierungsrunde Video-Seite öffnen

          Berlin : Union und FDP zuversichtlich nach erster Jamaika-Sondierungsrunde

          Am späten Mittwochvormittag trafen sich die Spitzen von CDU/CSU und der FDP zu einem ersten Sondierungsgespräch. Nach dem Treffen zeigten sich die Beteiligten vorsichtig optimistisch. Die erste Sondierung zwischen allen vier Parteien inklusive der Grünen steht am Freitag auf dem Programm.

          Topmeldungen

          Monokulturen und der Einsatz von Agrarchemikalien stehen im Verdacht als Auslöser des Insektenschwunds.

          75 Prozent weniger Insekten : „Wir befinden uns mitten in einem Albtraum“

          Das Insektensterben lässt sich nicht mehr abstreiten. Der oft kritisierte Krefelder Entomologen-Verein hat jetzt in einer Langzeitstudie gezeigt: Die Populationen sind seit der Wende um drei Viertel geschrumpft. Welchen Anteil hat die Landwirtschaft, welchen das Klima?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.