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Veröffentlicht: 31.07.2016, 15:22 Uhr

F.A.Z. exklusiv Türkische Regierung fordert Visafreiheit bis Oktober

Ankara will das Flüchtlingsabkommen mit der EU nicht mehr anerkennen, falls türkische Bürger nicht bald visafrei in die EU-Staaten reisen dürfen. Im Gespräch mit der F.A.Z. setzt der türkische Außenminister eine Frist.

von , Ankara
© Reuters Stellt der EU ein Ultimatum: Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat davor gewarnt, dass die Türkei das am 18. März mit der EU geschlossene Flüchtlingsabkommen nicht mehr anerkennen werde, wenn türkische Bürger nicht bis spätestens Oktober visumfrei in die EU-Staaten einreisen können.

Michael Martens Folgen:

Das Flüchtlingsabkommen funktioniere, weil die Türkei „sehr ernsthafte Maßnahmen“ ergriffen habe, unter anderem zur Bekämpfung der Menschenschmuggler, stellte Cavusoglu in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ fest. Er warnte jedoch: „Aber all das ist abhängig von der Aufhebung der Visumpflicht für unsere Bürger, die ebenfalls Gegenstand der Vereinbarung vom 18. März ist.“

Türkische Regierung erwartet konkretes Datum für Visafreiheit

Dies solle „keine Drohung“ sein, versicherte der Minister, fügte aber hinzu: „Wenn es nicht zu einer Visaliberalisierung kommt, werden wir gezwungen sein, vom Rücknahmeabkommen und der Vereinbarung vom 18. März Abstand zu nehmen.“ Die türkische Regierung erwarte „einen konkreten Termin“ für die Visaliberalisierung. „Es kann Anfang oder Mitte Oktober sein – aber wir erwarten ein festes Datum.”

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