http://www.faz.net/-gq5-8e174

Türkei : Zwei prominente Journalisten wieder frei

  • Aktualisiert am

Can Dündar (r.) und Erdem Gul Cumhuriyet sind aus dem Gefängnis entlassen worden. Bild: AFP

Can Dündar und Erdem Gül haben das Gefängnis verlassen. Zuvor hatte das Verfassungsgericht ihre Haft für unrecht erklärt. Das Verfahren gegen die prominenten Journalisten hatte scharfe Kritik ausgelöst.

          Die beiden seit drei Monaten inhaftierten türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül sind wieder frei. Die beiden hätten am Freitagmorgen das Silivri-Gefängnis in Istanbul verlassen, berichteten türkische Medien. Das türkische Verfassungsgericht hatte das Vorgehen gegen den Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ und seines Bürochefs in Ankara am Vortag für nicht rechtens erklärt. Der Fall hatte auch international scharfe Kritik an Präsident Recep Tayyip Erdogan ausgelöst.

          Verfassungsgericht entschied gegen Haft

          Die beiden Männer wurden von ihren Familien und Kollegen vor dem Gefängnistor jubelnd empfangen. Das Verfassungsgericht hatte am Donnerstag mit zwölf gegen drei Richterstimmen entschieden, dass die „Rechte auf persönliche Freiheit und Sicherheit“ von Dündar und Gül verletzt wurden.

          Die für Terrordelikte zuständige Staatsanwaltschaft in Istanbul wirft den Journalisten, die Ende November in U-Haft kamen, Spionage und einen Umsturzversuch gegen die Regierung vor. Sie sollen mit Berichten über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an islamistische Rebellen in Syrien Staatsgeheimnisse verraten haben. Die Staatsanwaltschaft forderte lebenslange Haft für das Duo.

          Dündars und Güls Festnahme hatte in der Türkei und anderen Ländern Empörung ausgelöst. Ihr Fall gilt als Beispiel für eine zunehmende Unterdrückung der Presse unter Staatspräsident Erdogan. Der Europarat und mehrere internationale Journalistenverbände kritisierten die Inhaftierungen in dem EU-Bewerberland. Dündar warf der EU vor, die Drangsalierung der Medien in der Türkei aus Rücksicht auf die erhoffte Zusammenarbeit mit Ankara bei der Flüchtlingsabwehr totzuschweigen.

          Weitere Themen

          Vater tötet Tochter nach Familienstreit Video-Seite öffnen

          Düsseldorf : Vater tötet Tochter nach Familienstreit

          Am Donnerstag soll ein 32-Jähriger seine siebenjährige Tochter getötet haben. Nun wurde der Mann dem Haftrichter vorgeführt. Staatsanwaltschaft und Polizei informierten am Freitag über den Stand der Ermittlungen.

          Fragestunde mit Merkel Video-Seite öffnen

          Bundespressekonferenz : Fragestunde mit Merkel

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vor ihrem Sommerurlaub den Fragen der Journalisten gestellt. Unter anderem räumte sie ein, dass mit der Amtsübernahme von Donald Trump die internationale Zusammenarbeit schwieriger geworden sei.

          Topmeldungen

          Tunesische Justiz über Sami A. : „Folter ist eine rote Linie“

          Tunis hat Befürchtungen über eine mögliche Folterung von Sami A. zurückgewiesen. Noch sei keine Entscheidung über das weitere Vorgehen gefallen, sagte ein Justizsprecher der F.A.Z..

          Tesla Model 3 : Hat sich Elon Musk verkalkuliert?

          Tesla-Chef Elon Musk will von Stornierungen von Model-3-Reservierungen nichts wissen. Überraschend veröffentlicht er Absatzzahlen – doch die verraten vielleicht mehr, als ihm lieb ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.