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Türkei : Zwei prominente Journalisten wieder frei

  • Aktualisiert am

Can Dündar (r.) und Erdem Gul Cumhuriyet sind aus dem Gefängnis entlassen worden. Bild: AFP

Can Dündar und Erdem Gül haben das Gefängnis verlassen. Zuvor hatte das Verfassungsgericht ihre Haft für unrecht erklärt. Das Verfahren gegen die prominenten Journalisten hatte scharfe Kritik ausgelöst.

          Die beiden seit drei Monaten inhaftierten türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül sind wieder frei. Die beiden hätten am Freitagmorgen das Silivri-Gefängnis in Istanbul verlassen, berichteten türkische Medien. Das türkische Verfassungsgericht hatte das Vorgehen gegen den Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ und seines Bürochefs in Ankara am Vortag für nicht rechtens erklärt. Der Fall hatte auch international scharfe Kritik an Präsident Recep Tayyip Erdogan ausgelöst.

          Verfassungsgericht entschied gegen Haft

          Die beiden Männer wurden von ihren Familien und Kollegen vor dem Gefängnistor jubelnd empfangen. Das Verfassungsgericht hatte am Donnerstag mit zwölf gegen drei Richterstimmen entschieden, dass die „Rechte auf persönliche Freiheit und Sicherheit“ von Dündar und Gül verletzt wurden.

          Die für Terrordelikte zuständige Staatsanwaltschaft in Istanbul wirft den Journalisten, die Ende November in U-Haft kamen, Spionage und einen Umsturzversuch gegen die Regierung vor. Sie sollen mit Berichten über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an islamistische Rebellen in Syrien Staatsgeheimnisse verraten haben. Die Staatsanwaltschaft forderte lebenslange Haft für das Duo.

          Dündars und Güls Festnahme hatte in der Türkei und anderen Ländern Empörung ausgelöst. Ihr Fall gilt als Beispiel für eine zunehmende Unterdrückung der Presse unter Staatspräsident Erdogan. Der Europarat und mehrere internationale Journalistenverbände kritisierten die Inhaftierungen in dem EU-Bewerberland. Dündar warf der EU vor, die Drangsalierung der Medien in der Türkei aus Rücksicht auf die erhoffte Zusammenarbeit mit Ankara bei der Flüchtlingsabwehr totzuschweigen.

          Quelle: spo./AFP

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