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Türkei und die EU Europamüde

 ·  Kanzlerin Merkel will die europamüde gewordene Türkei wieder näher an die EU heranführen. Ankara driftet von Europa weg.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel will die stockenden EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei wiederbeleben. Dabei sind so wenige Türken wie nie zuvor an einer EU-Mitgliedschaft interessiert. Der wirtschaftliche Boom und ein außenpolitischer Aktionismus hat sie selbstbewusst, fast übermütig werden lassen, so dass sie nicht länger vor den Toren der EU warten wollen.

Merkel robbt zwar nicht, wie EU-Kommissar Oettinger zuletzt prophezeit hatte, nach Ankara. Nachdem Frankreich seit der Abwahl von Staatspräsident Sarkozy die Blockade gegen die Eröffnung neuer Verhandlungskapitel aufgegeben hat, will Merkel die europamüde gewordene Türkei wieder etwas näher an die EU heranführen.

Denn die Beziehungen zwischen Ankara und Washington sind so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ministerpräsident Erdogan spricht sich in allen Fragen mit Präsident Obama ab, nicht aber mit der EU. Jedoch braucht die Türkei Anerkennung aus Europa, um bei den arabischen Nachbarn glaubwürdig als Modell zu gelten. Dabei driftet die Türkei, was die hohe Zahl verhafteter Journalisten zeigt, von Europa weg.

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25.02.2013, 07:04 Uhr

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Von Berthold Kohler

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