http://www.faz.net/-gq5-767qe
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 01.02.2013, 12:37 Uhr

Selbstmordanschlag in Ankara Tote und Verletzte vor amerikanischer Botschaft

Bei einem Selbstmordanschlag vor der amerikanischen Botschaft in Ankara sind zwei Personen getötet worden, unter ihnen der Attentäter. Der türkische Innenminister Güler bezichtigt eine linksextremistische Organisation des Attentats.

© REUTERS Spurensicherung: Offenbar hatte ein Selbstmordattentäter eine Bombe gezündet

Bei einem Selbstmordanschlag auf die amerikanische Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara sind am Freitag mindestens zwei Personen getötet worden. „Es gibt zwei Tote, den Attentäter und einen türkischen Sicherheitsmann“, sagte Ankaras Gouverneur Aladin Yüksel. Zudem sei eine Frau verletzt worden, die wegen eines Visaantrags vor Ort war. Türkische Fernsehsender berichteten von mehreren Verletzten.

Der Attentäter sei ein 30 Jahre alter Türke, der der verbotenen Organisation DHKP-C angehört habe, berichteten türkische Sender unter Berufung auf Innenminister Muammar Güler. Der DHKP-C werden in der Türkei vor allem Anschläge gegen Polizei und Justiz mit dem Ziel eines Umsturzes vorgehalten.

Nach einer Meldung des Senders CNN-Türk explodierte der Sprengsatz während der Überprüfung eines Besuchers im Eingangsbereich der Visumsstelle an einem Seiteneingang der Botschaft. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass eine Tür und ein Fenster des Gebäudes herausgerissen wurden. Im Hauptgebäude der Botschaft gab es keine Schäden. Der Explosionsort liegt in der Nähe der deutschen Botschaft.

Ankara Anschlag Verletzte Eine Frau wurde bei dem Anschlag schwer verletzt © dpa Bilderstrecke 

Die türkische Polizei riegelte den Anschlagsort ab, auch von innen wurde das Botschaftsgebäude versperrt. Berichten zufolge befürchteten die Behörden, dass ein möglicher zweiter Anschlag verübt werden könnte.

Krankenwagen und Feuerwehr waren im Einsatz. Medienberichten zufolge hatten Vertreter der Vereinigten Staaten in Ankara bereits mehrmals mit den türkischen Behörden über mögliche Sicherheitsrisiken für die Botschaft gesprochen, die wie andere Vertretungen im Zentrum der türkischen Hauptstadt liegt.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schwere Explosion Selbstmordanschlag im westtürkischen Bursa

Eine schwere Explosion erschüttert die westtürkische Stadt Bursa. Nach Regierungsangaben hat sich eine Selbstmordattentäterin in die Luft gesprengt. Die Angaben über Verletzte gehen auseinander . Mehr

27.04.2016, 22:19 Uhr | Politik
Anschlag Sieben Polizisten bei Bombenexplosion in Türkei getötet

Bei einem Autobomben-Anschlag in Diyarbakir im Südosten der Türkei sind am Donnerstag nach Regierungsangaben sieben Polizisten getötet worden, hier Bilder einer Überwachungskamera. Mehr als zwanzig Menschen seien verletzt worden. Mehr

01.04.2016, 14:49 Uhr | Politik
Terroranschläge in Brüssel Selbstmordattentäter arbeitete offenbar am Flughafen

Einem Fernsehbericht zufolge arbeitete einer der beiden Attentäter vom Brüsseler Flughafen fünf Jahre lang dort. Zu dieser Zeit habe er in einem Gebetsraum im Untergeschoss radikalisiertes Personal getroffen. Mehr

20.04.2016, 22:26 Uhr | Politik
Flüchtlingskrise Tusk lobt die Türkei

Nach dem Besuch eines Flüchtlingslagers nahe der türkisch-syrischen Grenze hat EU-Ratspräsident Donald Tusk die Anstrengungen Ankaras in der Flüchtlingskrise gewürdigt. Mehr

24.04.2016, 10:20 Uhr | Aktuell
Abschiebelager von Lesbos Flüchtlinge bewerfen Minister mit Flaschen

Im Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos ist die Stimmung explosiv. Hunderte Migranten wehren sich mit Gewalt gegen ihre Abschiebung in die Türkei. Der Besuch eines Politikers endet in Krawallen. Mehr

27.04.2016, 16:25 Uhr | Politik

Wiener Hausaufgaben

Von Reinhard Müller

Österreich hat durch sein Verhalten die Schließung der Balkan-Route herbeigeführt. Ist die Wiener Asylpraxis europarechtswidrig, ein Verstoß gegen Völkerrecht? Mehr 237