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Russland : Antiterroreinsatz nach Leichenfunden

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In der Nähe des Olympia-Austragungsorts Sotschi haben russische Sicherheitskräfte einen Antiterroreinsatz angeordnet. In der Region Stawropol waren fünf Menschen durch Schüsse getötet worden.

          Nach dem Auffinden von mindestens fünf männlichen Leichnamen in der südrussischen Region Stawropol haben Sicherheitskräfte dort am Donnerstag einen Antiterroreinsatz angeordnet. Die Getöteten, die Schusswunden aufwiesen, wurden am Mittwoch in vier Fahrzeugen entdeckt, die im Abstand weniger Kilometer abgestellt waren. In der Nähe eines Wagens sei, als ihn die Polizei untersuchte, ein Sprengsatz detoniert, teilten die Ermittler mit. Niemand sei verletzt worden.

          Auch wenige Meter von einem der anderen Fahrzeuge entfernt wurde demnach ein Sprengsatz entdeckt, der indes entschärft werden konnte. Die Bauart beider Sprengsätze lasse auf radikale Islamisten schließen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax ein Mitglied der Sicherheitskräfte; die Terroristen kämpfen im Nordkaukasus, an dessen Ausläufern Stawropol liegt, für einen Gottesstaat. Der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, teilte mit, dass derzeit Bandenkriminalität als Motiv vermutet werde. Die Region Stawropol liegt rund 270 Kilometer entfernt von Sotschi, wo am 7. Februar die Olympischen Winterspiele beginnen. Nach den beiden Terroranschlägen in Wolgograd Ende Dezember mit insgesamt 34 Toten ist die Angst vor weiteren Angriffen in Russland gestiegen.

          Unterdessen hat eine Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte Russland neuerlich dazu verurteilt, Familien verschwundener Tschetschenen Entschädigung zu zahlen, insgesamt rund 1,9 Millionen Euro. Die Regierung in Moskau habe in dem Verfahren nicht widerlegen können, dass sie für das Verschwinden von 36 Männern in den Jahren zwischen 2000 und 2006 verantwortlich sei, teilte der Gerichtshof am Donnerstag mit.

          Im Gegensatz dazu hätten die Kläger glaubhaft dargestellt, dass ihre Angehörigen von russischen Militärs verschleppt worden seien. Hintergrund der Vorfälle ist der Konflikt in der nordkaukasischen Teilrepublik Tschetschenien; Russland wird in diesem Zusammenhang immer wieder in Straßburg wegen Grundrechtsverletzungen verurteilt. Gegen das Urteil ist noch Berufung möglich.

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