http://www.faz.net/-gq5-7l5pn

Russland : Antiterroreinsatz nach Leichenfunden

  • Aktualisiert am

In der Nähe des Olympia-Austragungsorts Sotschi haben russische Sicherheitskräfte einen Antiterroreinsatz angeordnet. In der Region Stawropol waren fünf Menschen durch Schüsse getötet worden.

          Nach dem Auffinden von mindestens fünf männlichen Leichnamen in der südrussischen Region Stawropol haben Sicherheitskräfte dort am Donnerstag einen Antiterroreinsatz angeordnet. Die Getöteten, die Schusswunden aufwiesen, wurden am Mittwoch in vier Fahrzeugen entdeckt, die im Abstand weniger Kilometer abgestellt waren. In der Nähe eines Wagens sei, als ihn die Polizei untersuchte, ein Sprengsatz detoniert, teilten die Ermittler mit. Niemand sei verletzt worden.

          Auch wenige Meter von einem der anderen Fahrzeuge entfernt wurde demnach ein Sprengsatz entdeckt, der indes entschärft werden konnte. Die Bauart beider Sprengsätze lasse auf radikale Islamisten schließen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax ein Mitglied der Sicherheitskräfte; die Terroristen kämpfen im Nordkaukasus, an dessen Ausläufern Stawropol liegt, für einen Gottesstaat. Der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, teilte mit, dass derzeit Bandenkriminalität als Motiv vermutet werde. Die Region Stawropol liegt rund 270 Kilometer entfernt von Sotschi, wo am 7. Februar die Olympischen Winterspiele beginnen. Nach den beiden Terroranschlägen in Wolgograd Ende Dezember mit insgesamt 34 Toten ist die Angst vor weiteren Angriffen in Russland gestiegen.

          Unterdessen hat eine Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte Russland neuerlich dazu verurteilt, Familien verschwundener Tschetschenen Entschädigung zu zahlen, insgesamt rund 1,9 Millionen Euro. Die Regierung in Moskau habe in dem Verfahren nicht widerlegen können, dass sie für das Verschwinden von 36 Männern in den Jahren zwischen 2000 und 2006 verantwortlich sei, teilte der Gerichtshof am Donnerstag mit.

          Im Gegensatz dazu hätten die Kläger glaubhaft dargestellt, dass ihre Angehörigen von russischen Militärs verschleppt worden seien. Hintergrund der Vorfälle ist der Konflikt in der nordkaukasischen Teilrepublik Tschetschenien; Russland wird in diesem Zusammenhang immer wieder in Straßburg wegen Grundrechtsverletzungen verurteilt. Gegen das Urteil ist noch Berufung möglich.

          Quelle: F.A.Z./frs.

          Weitere Themen

          Das Versagen des Systems

          Kindesmissbrauch in Freiburg : Das Versagen des Systems

          Ein vorbestrafter Sexualstraftäter hat über Jahre im Breisgau einen Pädophilen-Ring betrieben. Pädokriminelle zahlten viel Geld, um den Sohn seiner Lebensgefährtin zu missbrauchen. Es gab Anzeichen, aber Behörden und Gerichte haben den Jungen nicht geschützt. Wieso?

          Waffenhändler verurteilt, Nebenklage nicht zufrieden Video-Seite öffnen

          Prozess zum Münchner Attentat : Waffenhändler verurteilt, Nebenklage nicht zufrieden

          Das Oberlandesgericht München hat den Angeklagten Philipp K. zu sieben Jahren Haft verurteilt, da er die Mordwaffe dem Attentäter von München verkauft hatte. Sein Verteidiger sieht das Urteil kritisch, da zu viel in seinen Mandanten hinein projiziert worden sei. Der Nebenklage ist dieses Urteil dagegen nicht genug, sie will in Revision gehen.

          Royal National Park in Flammen Video-Seite öffnen

          Südlich von Sydney : Royal National Park in Flammen

          Eine große Hitzewelle macht der Region um Sydney zu schaffen. Teile des Royal National Parks südlich der Metropole standen am Samstag in Flammen. Die Feuerwehr war mit Hubschraubern im Einsatz, um die Brände einzudämmen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          SPD-Sonderparteitag : Der Tag des Zorns

          Die Stimmung in der SPD ist dramatisch schlecht. Setzen sich die Gegner der großen Koalition durch? Und was könnte das bedeuten? Vier Szenarien.
          Grenzenloser Jubel im Ziel: Thomas Dreßen.

          Historischer Erfolg : Dreßen gewinnt Abfahrt in Kitzbühel

          Zum ersten Mal seit 1979 gewinnt wieder ein Deutscher das Traditionsrennen in Österreich. Der DSV-Fahrer setzt sich auf der „Streif“ knapp vor einem Schweizer durch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.