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Präsidentenwahl in Zypern Anastasiades verpasst absolute Mehrheit

Der konservative Kandidat Nikos Anastasiades hat bei der ersten Runde der Präsidentenwahl in Zypern eine absolute Mehrheit verpasst. Damit kommt es zu einer Stichwahl gegen den Linken Stavros Malas.

© dpa Stimmabgabe in Zypern: der konservative Präsidentschaftskandidat Nikos Anastasiades mit Familie

Der konservative Politiker Nikos Anastasiades hat klar die erste Runde der Präsidentenwahl auf Zypern gewonnen. Allerdings bekam er deutlich weniger Stimmen als prognostiziert und muss sich nun einer Stichwahl stellen. Wie das Innenministerium am Sonntagabend nach Auszählung aller Stimmen mitteilte, erhielt Anastasiades 45,46 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 83,14 Prozent. Vor der Wahl waren dem 66 Jahren alten Anastasiades in Umfragen zwischen 49 und knapp 53 Prozent prognostiziert worden.

Bei der Stichwahl wird Anastasiades gegen den linken Politiker Stavros Malas antreten, der im ersten Durchgang auf 26,91 Prozent der Stimmen kam. Dritter wurde der Vertreter der politischen Mitte, Giorgos Lillikas, mit 24,93 Prozent. Die Stichwahl findet am 24. Februar statt. Auf Zypern wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Er bestimmt und führt die Regierung.

„Es geht ums Überleben“

„Das heutige Ergebnis ist ein Sieg der Kräfte, die wollen, dass Zypern eine neue Seite aufschlägt“, sagte Anastasiades vor jubelnden Anhängern. Er rief alle Bürger des Landes auf, ihm am kommenden Sonntag die Stimme zu geben. „Ich habe heute ein starkes Mandat für eine europäische Orientierung (Zyperns) erhalten“, sagte Anastasiades. Er werde alles tun, damit das Euro-Land wieder auf Europakurs gebracht wird. Nach seiner Stimmabgabe hatte er gesagt, bei diesen Wahlen gehe es „ums Überleben“ der Inselrepublik. Zugleich bereitete er die Bevölkerung auf harte Sparmaßnahmen vor. „Wir müssen uns alle gemeinsam den kritischen Zuständen stellen, die auf uns zukommen“, sagte Anastasiades. Zypern braucht nach offiziellen Angaben dringend 17,5 Milliarden Euro, um seine Banken und die Staatsfinanzen zu stabilisieren.

Das hochverschuldete Euro-Mitgliedsland Zypern ist von der Staatspleite bedroht. Auf den Wahlsieger kommt die Aufgabe zu, mit den Geldgebern von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die Bedingungen für ein milliardenschweres Hilfspaket auszuhandeln. Der scheidende Staatschef Demetris Christofias von der Kommunistischen Partei war nicht noch einmal angetreten.

Malas gratulierte Anastasiades zum Wahlsieg in der ersten Runde. Zugleich rief er die Wähler des drittplatzierten Lillikas auf, in der zweiten Runde für ihn zu stimmen. „Diesen Kampf werden wir gewinnen“, sagte der 55 Jahre alte Mediziner. Er bedankte sich bei der Kommunistischen Partei und anderen linken Kräften für die Unterstützung. Malas lehnt Privatisierungen staatlicher Unternehmen und eine Verschlankung des Staates ab.

Die Wahl wurde auch im türkisch-zyprischen Norden der Insel mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die Insel ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Das europäische Regelwerk gilt jedoch nur im griechisch-zyprischen Süden. Mehrere Verhandlungsrunden zur Überwindung der Teilung sind in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert.

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Quelle: FAZ.NET

 
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