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Parlamentswahl in Italien Grillokratie

 ·  Bersani und Berlusconi müssen zueinander finden. Sonst lacht sich Grillo ins Fäustchen. Die Alternative heißt Neuwahlen oder große Koalition.

Artikel Lesermeinungen (18)
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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 03.03.2013 12:26 Uhr

Was ist die Krux ?

Italien hat Staatsschulden. Wie alle anderen auch ! Richtig ist aber, dass die Schuldentilgung
Italiens den enormen Betrag von 1, 5 Bio. ausmacht. Der Termin liegt in etwa 2014-15. Andere
sind praktisch pleite, Italien ist vollständig praktisch pleite.

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Salvatore Marannano

Ein großer Tag für die Demokratie,

Wir sind das Volk ……….!
und das Volk entscheidet wo es lange geht, und das ist gut so !!!

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Lisa Judith Bonfatti

Grosse Koalition: Diese Angabe stimmt einfach nicht

"Schon unter diesem Druck von Grillo sind PD und PdL gezwungen, sich über alle im Wahlkampf noch tiefer gewordenen Gräben hinweg wieder zusammenzuraufen."
Was hier behauptet wird stimmt gar nicht. Schon am Dienstag hat Bersani gesagt, eine grosse Koalition mit der PDL sei auszuschliessen, waehrend er Grillos Bewegung die Hand gereicht hat. Ich finde den Artikel ehrlich gesagt tendenzioes und ein bisschen Realitaetsfremd.

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Faustino Gallina

Eine neue Mitte is gescheitert? Ganz im Gegenteil - sie ist lebendiger denn je

Sie heißt allerdings nicht Lista Civica, sondern M5S. Grillo hat etwas geschafft, was in den letzten 150 Jahren kaum geschehen ist: Italiener aus Nord- und Süd, aus allen Schichten, aus allen Berufen, gleich ob ehemalige Rechte oder ehemalige Linke, wählen ein neues Zentrum, das aus dem Stand 25% holt. Wie sieht die Mitte sonst aus, als aus einer übergreifenden Vereinigung, die nicht nur die Klientel bedient, nicht nur regional ist, und Wähler aus jedem Lager binden kann, mit einem gemeinsamen Ziel? Ich bin kein bekennender Grillino, aber der Genuese hat etwas geschafft, was selbst der Nizzarde nicht vollbrachte. Der Ruf ist einstimmig: geht nach Hause! Wir wollen Wandel, aber nach unseren Regeln! Dafür mussten die Fäden der Marionette erst abgeschnitten werden...

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Hans Lutz Oppermann

Der Kommentar

ein Zerrbild! Besser eine Grillo- statt eine Berlukrati!

Vielleicht könnte man es als Kompliment auffassen, für eine neue Form der Politik, die pragmatisch an Themen orientiert ist. Die mit Begriffen arbeitet wie kompetenz-, handlungs -und prozessorientiert. Die von Journalsiten hochstilisierte Regierungskrise ist doch längst latent, die Wahl hat daran nichts geändert, denn eine Wahl an sich ist kein Heilmittel, sie bietet die Chance zur Neuorientierung, aber man will ja dem System nicht trauen.

Merkwürdig ist das die dt. Leitmedien Berlusconi zum Sieger erklären, obwohl im konservativen Italien die Konservativen eine herbe Niederlage erlitten haben. Minus 20 % das ist die Wahrheit. Die Mehrheit der Italiener hat dem Mitte-Links-Bündnis das Vertrauen ausgesprochen und wäre das Wahlrecht keine "Schweinerei", dann wäre das Ergebnis noch eindeutiger!

Barsani wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er eine große Koalition eingeht statt im Senat mit Grillis Mehrheiten zu suchen.

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Closed via SSO

Man lese einmal bei Wikipedia ...

das Programm der Partei des in den Medien dargestellten "Populisten und Komikers" :

- Stärkung der Direkten Demokratie
- Ausbau erneuerbarer Energien
- Transparente Informationspolitk (!!!)
- Sozial verträgliche Wirtschaftspolitik
- Ausbau des ÖPNV
- Baustopp zu großer Infrastrukturprojekte (!!!)
- Beibehaltung des Kostenlosen Bildungs-und Gesundheitssystems
- Kritik an der EU
- Ausstieg aus dem €

Auf Deutschland übertragen wäre das so, als würden die vulgär-neoliberal-kapitalistischen Blockparteien "FDPCSDUSPD-und teilweise GRÜN" die Linke "Populisten u. Komiker" schimpfen.
Kommt jemandem das bekannt vor ... ... ??!

Jeder kann das Programm ja selber genau lesen und dann genau überlegen, wer hier eigendlich die Komiker sind ... ... ... !

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.02.2013 15:08 Uhr
Helga Zießler

Ganz eindeutig, Herr Höffken

Nach dieser Darstellung würde ich sagen: Auf Deutschland übertragen wären die Linken die Populisten und Komiker.
Denn ich glaube nicht im Traum daran, dass die ein Programm durchziehen würden, dass Deutschland NICHT zu einem sozialistischen DDR 2-Staat machen würde. Aber genau das ist es wohl, was Sie sich für uns wünschen. Wird hoffentlich nicht in Erfüllung gehen.

Übrigens finde ich auch nicht, dass das Programm des italienischen Komikers Ähnlichkeiten mit dem der deutschen Linken hat.

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Torsten Krause
Torsten Krause (tkrause) - 27.02.2013 12:50 Uhr

wer gestern Ballarò gesehen hat, mit der blassen Moretti - Bersani versteckt sich ja - , die von

Alfano weggeplaettet wurde, der hat die PDL-Strategie verstanden .. die so aehnlich ja auch die Grillini verfolgen werden. Die bringen einfach ihre Gesetzesvorwuerfe ein und sehen dann, ob sich die heterogene Bersani-Truppe spaltet; Berlusconi versucht, die Abschaffung der IMU und die Rueckzahlung der IMU aus 2012 zu dekretieren; die Grillini fordern einen Untersuchungsausschuss zur Banca MPS, den Ausschluss der Politiker (80 % von der PD) aus den Bank-Stiftungen, den Einstieg in eine Grundsicherung fuer alle Buerger .... Dann ist ja auch der neue Praesident zu waehlen, da sind sich selbst die Fluegel der PD nicht einig; Grillo hat versprochen, das Parlament wie eine Thunfischdose zu oeffnen ... und PDL und Grillini gemeinsam werden den tonno Bersani, den Altkommunisten, mit einem grissino teilen, wie in der TV-Werbung. Bei der MPS haben die Kommies fast 20 Milliarden verballert, Grillo - und die Mehrheit der Italiener - will die PD-apparatschik im Knast sehen, so wird es kommen.

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Ulrich Schramm

Es muss sich jetzt zeigen, ob 5-Sterne (Grillo)

mehr als nur die Protestbewegung eines einzelnen, des Hr. Grillo, ist. Wenn 5-Sterne Verantwortung eingehen will, steht der Partei mit Bersani die Tür offen. Bleibt abzuwarten, ob eine gemeinsame Schnittmenge gefunden werden kann. Es wäre ein kleine Revolution in Italien und die erste Möglichkeit seit Jahrzehnten, den italienischen Politikersumpf etwas auszutrocknen.

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Christian Fischer

Italienwahl hat deutschen Journalisten das Feigenblatt weggezogen:

Mit Monti und Co. ließ sich die Euro-Politik in Bezug auf Italien noch als Rettungspolitik kaschieren, obwohl anscheinend alle Parteien ein Ende der Sparpolitik angekündigt haben. Mit der jetzigen Parteienkonstellation und dem Erpressungspotential Berlusconis wird sich die Lage in Europa evtl. weiter zuspitzen. Deutschland wird noch mehr zahlen, bürgen und inflationieren sollen.

Ich bin jetzt schon auf die Argumente gespannt, mit denen uns die deutsche Presse all das noch als kleineres Übel verkaufen will. Die Presse sollte mal wieder nüchtern den deutschen Büger und nicht den gedachten Europa- oder gar Weltbürger zu Ausgangspunkt und Zielgruppe ihrer Arbeit machen.

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Wolfgang Richter

Italien hat gewählt

Italien hat gewählt und ist - noch und zum Glück - ein souveräner Staat.
Auch wenn das den Brüsseler Eurokraten nicht paßt.
Bevor man die italienischen Wähler beschimpft, muß man versuchen, sie zu verstehen.
Und abwarten, ob und wie sich die politischen Strömungen in den beiden Kammern des Parlaments zusammenraufen.
Italien ist immer für Überraschungen gut.

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Johannes Schewitz

Warum nicht mit Grillo?

Und warum ist Grillo schlimmer als der kriminelle Medientycoon??? Das hat man nicht erklärt. Trotzdem lese ich überall, "nicht ohne Berl..."

Abgesehen davon zeigt sich hier (in Italien) das Problem von Demokratie und Medien.

Demokratie ist eine feine Sache.
Wenn aber die, die abstimmen, über viele Jahre hinweg von Ihrem Regierungschef und Medientycoon verblödet werden, bzw sich verblöden lassen, ist der Wert der Demokratie in Gefahr.

Daher sollte es einen WAHLFÜHERSCHEIN geben, auch bei uns, der alle 10 Jahre erneuert werden muss.
Ich kann irgendwie nicht einsehen, das die Stimme von jemanden, der den Bundestag für einen Feiertag hält, genauso viel wert ist wie meine!!

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Christine Kirchhoff

Ich warte schon die ganze Zeit drauf ....

dass der erste wagt, es zu sagen: Es wird so lange gewählt, bis das Ergebnis passt.

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Horst Johnson

Italien sagt NEIN zur EU

und Grillo ist da nur ein Signal dafür. Die Menschen haben die Lügen und die Korruption der Etablierten satt. Darunter zählen auch solche Technokraten wie Monti und seine Helfershelfer Schulze&Merkel.
Auch die Italiener haben wenig Verständnis wenn Finanzinstitute gerettet und dabei einfache Leute die Zeche zahlen sollen. Die Mehrheit in Italien hat der EU die rote Karte gezeigt. Kommen die Nichtwähler mit ihrem stillen Protest noch hinzu haben wir nur noch knapp 9% ital.Zustimmung zur EU. Das ist die Wahrheit.

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Jürgen Dietze
Jürgen Dietze (dietzej) - 26.02.2013 19:19 Uhr

Europäischer Frühling voraus ?

Ohne einen Monti gäbe es heute keine "5 Sterne" mit 25% im italienischen Parlament. Das Wahl-o-Meter.com sieht auch für Deutschland Piraten mit 5% im Bundestag - war gestern also der Startschuss für einen Europäischen Frühling ?

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Horst Ziegler

Große Koalition?

Jörg Bremer versteht die Lage nicht. Berlusconi will die ganze Macht. Eine große Koalition kommt dort nicht zustande. Der Grillo als der Pflüger der politischen Landschaft begünstigt die Rechte in Italien.

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Hans Gruber

Seltsames Demokratieverständnis, Herr Bremer:

Wo liegt das Problem, wenn ausnahmsweise einmal einhundert parteipolitisch ungebundene, nur ihrem Gewissen verpflichtete Abgeordnete in ein Parlament ("Volksvertretung"!) einziehen?

Wenn einer seine Abgeordneten nach Belieben steuern und sich deshalb ins Fäustchen lachen kann, dann nicht Grillo, sondern B.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.02.2013 12:48 Uhr
Corrado Bertani

Sie haben recht!

Ich bin voellig einverstanden mit Ihnen, Herr Gruber. Es ist bezeichnend, wie viele Beobachter auf das Ergebnis der ital. Wahlen gerade reagieren. Ein Buendnis zw. Bersani und Berlusconi wuerde nicht nur ein politischer Selbstmord fuer Bersani sein, sondern auch eine klare Verfaelschung der Ergebnisse, d.h. des Volkswillens.
Warum denn? Warum lieber eine antidemokratische Koalition (Berlusconi ist nicht Angela Merkel!!) als eine reformorientierte Regierung? Klare Antwort: Weil die Interessen der Banken und Boersenspekulaten fuer viele Journalisten viel wichtiger als die Demokratie sind.

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26.02.2013, 17:09 Uhr

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