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Veröffentlicht: 12.03.2016, 21:22 Uhr

Oligarch Malofejew Zurück zu Zar und Bismarck

Der russische Unternehmer Konstantin Malofejew engagiert sich für traditionelle Werte und Wladimir Putin - und für Separatisten auf der Krim. In die EU darf er deshalb nicht mehr. Trotzdem ist der Oligarch gut vernetzt. Und hofft in Deutschland auf die AfD.

von , Moskau
© Sergej Fvduyevskyi / Profil „Nur die volle Unterstützung für Putin als Oberbefehlshaber ist echter Patriotismus.“ Oligarch Konstantin Malofejew glaubt, nur unter Putin könne Russland wieder zu alter Macht finden.

In Russland gebietet der Zar über ein Reich, dem sich mindestens die Ostukraine angeschlossen hat. Europas Völker haben sich von Brüssels Joch, Homosexuellen und Muslimen befreit, Christentum, Nationalstaat und neunzehntes Jahrhundert sind zurück. So sieht die ideale Welt des Konstantin Malofejew aus. In Moskau liegt er damit ganz auf Linie des Kremls. Doch auch in den Ländern der EU, auf deren Sanktionsliste Malofejew wegen Finanzierung von Russlands Separatisten in der Ukraine steht, hat er nach eigener Aussage viele Freunde, wirbt für Front National und AfD. Ganz im Sinne des Ersatzzaren, Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

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Malofejew – Anfang 40, stämmig, braunes Haar und Bart, blaue Augen, gestreiftes Hemd – empfängt über einer Hochglanzeinkaufspassage im Zentrum Moskaus. Mit dem Fonds Marshall Capital Partners mit Sitz auf den Cayman Islands ist er zu Geld gekommen. Jetzt heißt sein Unternehmen Zargrad, Zarenstadt. Einen Empfangsraum zieren Kupferstiche mit Porträts russischer Generäle aus dem „Vaterländischen Krieg“ gegen Napoleon, in Malofejews Büro glänzen Ikonen über dem Schreibtisch. Teppich dämpft die Schritte. Malofejews Weg führte vom Finanzinvestor zum Biofleischproduzenten, Hotelier, Planer historischer Erlebnisparks in Moskau und auf der Krim sowie Chef eines Fernsehsenders. „Die Tätigkeit von Zargrad  spiegelt die ideologische Richtung wider, in der ich Russland  sehen möchte“, sagt Malofejew. Ideologie statt Investment. Oder: Ideologie als Investment. Was Überzeugung ist und was Kalkül, bleibt unklar.

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Viele Vorwürfe und Berichte gilt es im Gespräch zurückzuweisen. Zu angeblichen finanziellen Vorteilen durch sein Engagement; zu Verbindungen in den Kreml; zum Krieg in der Ukraine. Malofejew erledigt das Zurückweisen routiniert und mischt in seinen Antworten Anklagen gegen Amerika und eine „Kiewer Junta“ mit Lobpreisungen für Putin. So klingt politische Korrektheit in dessen Russland.

Zu dieser zählt, dass Malofejew „den einzigen Weg der Ukraine für ein glückliches Leben in der Zukunft“ in einer Vereinigung mit Russland sieht. Das sei leider nur für den östlichen Teil möglich, „weil die Westukrainer nicht wissen, welche Segnungen sie im Inneren des russischen Staates erwarten“, beklagt Malofejew. Zu dem, was er bestreitet, zählt die Unterstützung für die Separatisten. Man leiste nur humanitäre Hilfe für Flüchtlinge in Russland, verteile Weihnachtsgeschenke,  bezahle die Behandlung kranker Kinder, zählt er auf. Malofejew bestreitet aber nicht seine Verbindungen zu ehemals führenden russischen Akteuren der Separatisten, die nun zurück in Moskau sind. Der Männer, die den Krieg in die Ostukraine trugen, für den Malofejew freilich die „Junta“ verantwortlich macht.

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