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Veröffentlicht: 03.05.2015, 06:06 Uhr

„Rotes Telefon“ Nato richtet direkten Draht zum russischen Militär ein

Die Spannungen zwischen der Nato und Russland sind so groß wie seit Jahren nicht mehr. Nun hat das westliche Verteidigungsbündnis reagiert und wieder eine regelmäßige Verbindung für Krisenfälle eingerichtet.

© dpa Zeigen, was man hat: Eine russische Atomrakete bei einer Militärparade in Moskau.

Die Nato verfügt erstmals seit Ende des Kalten Krieges wieder über einen direkten Draht zum russischen Militär. „Die Nato und die russischen Militärbehörden unterhalten Kommunikationsverbindungen. Sowohl der Oberbefehlshaber für Europa als auch der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses haben die Erlaubnis, sich mit ihren russischen Kollegen in Verbindung zu setzen“, teilte die Allianz auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit. Die Kommunikationskanäle seien jederzeit offen und würden regelmäßig getestet, heißt es weiter.

Die Nato machte keine Angaben dazu, wann das System aktiviert wurde. Aus einer nationalen Delegation erfuhr die F.A.S., dass der russischen Seite in der vergangenen Woche Kontakt-Nummern übermittelt worden seien. Der Vorgang wurde als „geheim“ eingestuft. Er geht zurück auf eine Initiative des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier (SPD). Dieser hatte im Dezember angeregt, angesichts der Spannungen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise wieder eine regelmäßige Verbindung für Krisenfälle einzurichten.

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Hintergrund waren unter anderem vermehrte russische Flüge mit Langstreckenbombern, die nuklear bewaffnet werden können. Allein im vergangenen Jahr wurden russische Militärflugzeuge 400 Mal von Nato-Piloten im europäischen Luftraum abgefangen, weil sie den Transponder ausgeschaltet und sich nicht bei der Flugsicherung gemeldet hatten.

Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten hatten nach der Kuba-Krise von 1962 eine ständige Fernschreiberverbindung zwischen ihren Militärs eingerichtet. Sie wurde landläufig als „Rotes Telefon“ bezeichnet.

© reuters Nato-Flugzeuge fangen russisches Geschwader über der Ostsee ab (Dezember 2014)

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