http://www.faz.net/-gq5-798sn

Nach Enttarnung : Mutmaßlicher CIA-Agent verlässt Russland

  • Aktualisiert am

Redebedarf: Der amerikanische Botschafter Michael McFaul verlässt das russische Außenministerium in Moskau. Bild: dpa

Nach seiner Enttarnung und Verhaftung hat der mutmaßliche CIA-Agent Russland verlassen. Er soll versucht haben, einen Russen für den amerikanischen Geheimdienst anzuwerben.

          Ein in Russland gefasster mutmaßlicher CIA-Agent hat einem Fernsehbericht zufolge das Land verlassen. Der Sender NTV zeigte am Sonntag Bilder von einem Mann an einem Flughafen. Zu sehen war, wie der Mann an einem Check-in-Schalter steht und durch die Sicherheitskontrolle geht. Laut NTV wurden die Aufnahmen am Sonntag am Moskauer Flughafen Scheremetjewo gemacht. Bei dem Gefilmten handele es sich um Ryan Fogle.

          Am Dienstag hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB Fogles Festnahme bekannt gegeben. Der mutmaßliche Agent soll versucht haben, einen Russen für den amerikanischen Geheimdienst anzuwerben. Als Tarnung soll er in der politischen Abteilung der amerikanischen Botschaft in Moskau gearbeitet haben. Russland erklärte Fogle zur „unerwünschten Person“, die das Land umgehend verlassen müsse.

          Die namentliche Nennung gegnerischer Spione widerspricht diplomatischen Gepflogenheiten.

          Nach der Festnahme des mutmaßlichen CIA-Agenten hatte die russische Regierung in der vergangenen Woche eine Reise des Chefs ihres Sicherheitsrats in die Vereinigten Staaten angekündigt. Nikolai Patruschew werde am 20. und 21. Mai Washington besuchen, um den amerikanischen Präsidenten Barack Obama eine Botschaft von Russlands Staatschef Wladimir Putin zu übermitteln, hatte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow am Mittwoch laut russischen Nachrichtenagenturen gesagt. Es handle sich dabei um eine Antwort auf eine Botschaft Obamas an Putin vom April.

          Putin hatte am 15. April Obamas Sicherheitsberater Tom Donilon empfangen, der nach damaligen Angaben Uschakows eine „sehr konstruktive“ Botschaft Obamas überbrachte. Diese enthielt demnach Vorschläge zur Verstärkung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, zur nuklearen Abrüstung und zur Raketenabwehr. Moskau kündigte seinerzeit an, eine Antwort auf die Botschaft ebenfalls durch einen Gesandten überbringen zu lassen.

          Quelle: AFP

          Weitere Themen

          Assad und Putin beraten über politische Lösung Video-Seite öffnen

          Syrien-Krieg : Assad und Putin beraten über politische Lösung

          Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich bei einem Treffen in Sotschi mit seinem syrischen Amtskollegen Baschar al-Assad für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts ausgesprochen. Der gemeinsame Kampf gegen Terrorismus auf syrischem Boden nähere sich allmählich dem Ende, sagte Putin.

          Topmeldungen

          F.A.Z. exklusiv : Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt

          Im Interview mit der F.A.Z. spricht der FDP-Vorsitzende über die Gründe für den Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen. Vor allem einer Partei wirft Christian Lindner fehlende Kompromissbereitschaft vor.

          Bundestag nach Jamaika-Aus : Ein fast normaler Tag im Plenum

          Von einer Staatskrise ist im Bundestag keine Rede – die Kontrahenten grüßen einander freundlich und denken sogar über Gesetzentwürfe nach. Und Kanzlerin Merkel lobt eine Partei.
           Luftstaubsammler an der BfS-Messstation Schauinsland

          Mysteriöses Ruthenium-106 : Was geschah im Ural?

          Aus welcher Quelle stammt die Wolke radioaktiven Rutheniums, die Ende September Europa erreicht hat? Und wie bedenklich sind die hier gemessenen Konzentrationen? Hier sind einige Antworten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.