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Milliardenprogramm : Spanien will Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen

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In Madrid bei einer Demonstration im Mai vergangenen Jahres: Jeder zweite spanische Jugendliche ist arbeitslos. Bild: dpa

Bei 55 Prozent liegt die Arbeitslosigkeit bei spanischen Jugendlichen. Das will die Regierung in Madrid nun mit einem Milliardenhilfsprogramm bekämpfen.

          Mit einem neuen Milliardenprogramm, das vor allem die Berufsausbildung fördern und zu selbständigem Unternehmertum anreizen soll, will Spanien die bei 55 Prozent liegende Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen. Darauf einigten sich die Regierung, der Arbeitgeberverband und die Dachverbände der beiden großen Gewerkschaften in Madrid. Das Programm, das auf vier Jahre angelegt ist und sich zum Teil auf EU-Empfehlungen stützt, soll mit 3,5 Milliarden Euro ausgestattet werden. Davon kommt nahezu ein Drittel aus dem europäischen Sozialfonds. Eine Zusage hatte Spanien bei dem jüngsten EU-Gipfel in der vergangenen Woche erhalten.

          „Schockmaßnahmen“ und Ausbildungsprogramme

          Das Projekt muss noch konkretisiert und dann von der Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy mit einem Kabinettsbeschluss verabschiedet werden. Es sieht sowohl kurzfristige „Schockmaßnahmen“ wie finanzielle Anreize für Unternehmen bei der Einstellung Jugendlicher als auch längerfristige Förderungsschritte vor, insbesondere bei der Berufsausbildung.

          Jugendliche Schulabbrecher und ungelernte Hilfskräfte sollen über Ausbildungsprogramme, die sich auch am deutschen „dualen System“ orientieren, wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Von den rund 3,5 Millionen Spaniern, die seit 2008 ihre Arbeit verloren, sind nahezu eine Million Jugendliche unter 25 Jahren.

          Nach den Generalstreiks

          Das Programm, welches auf die Verabschiedung einer heftig umstrittenen Reform des Arbeitsmarktes vor einem Jahr und zwei anschließende - nicht sonderlich wirkungsvolle - Generalstreiks folgt, ist das erste Zeichen neuer Kooperationsbereitschaft der Sozialpartner. Es wurde von Arbeitsministerin Fátima Báñez zusammen mit dem Vorsitzenden des Arbeitgeberverbands, Juan Rosell, und den Führern der Gewerkschaften UGT und CCOO, Cándido Méndez und Ignacio Fernández Toxo, präsentiert. Frau Báñez sagte danach im Parlament: „Etwas beginnt sich auf dem Arbeitsmarkt zu verändern.“

          Die spanische Regierung hatte im Januar bei einer Konferenz der europäischen Gewerkschaftsverbände in Madrid erste Maßnahmen wie Vergünstigungen bei der Sozialversicherung Jugendlicher angekündigt, um so bei Firmen die Bereitschaft zu Neueinstellungen zu wecken. Insgesamt liegt die Arbeitslosigkeit in Spanien jetzt mit fast sechs Millionen Menschen bei über 26 Prozent. In dem ersten Jahr seit der Arbeitsmarktreform, welche Entlassungen erleichterten, verloren abermals 850000 Spanier ihre Beschäftigung.

          Quelle: F.A.Z.

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