Home
http://www.faz.net/-hox-777z4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Merkel-Besuch in der Türkei Nicht gerutscht

 ·  Die Bundeskanzlerin ist nicht auf den Knien nach Ankara gerutscht. Warum auch? Es gibt keinen Anlass, auf die Knie zu fallen.

Artikel Lesermeinungen (0)

Die Bundeskanzlerin ist nicht auf den Knien nach Ankara gerutscht, um die türkischen „Freunde“ nach Europa einzuladen. Diese Übung erwartet EU-Kommissar Oettinger allerdings auch erst auf mittlere Sicht. Vermutlich wird es zu einer solchen Selbstdemütigung gar nicht kommen, Oettingers Seher-Qualität in allen Ehren. Und es sollte auch nicht dazu kommen. Die EU, deren Mitglieder in der Erweiterungspolitik das Tempo bestimmen, und Ankara werden noch lange mit den Beitrittsverhandlungen beschäftigt sein.

Unabhängig davon, was man von einer Aufnahme der Türkei in die EU hält - die Argumente für und wider sind hinreichend bekannt -, so liegen stabile, gute Beziehungen im Interesse beider Seiten. Darauf hinzuwirken ist das Ziel der Kanzlerin; dass sie ein weiteres Verhandlungskapitel eröffnen will, beweist nicht, dass ihre generelle Skepsis geschwunden ist. Übrigens: Sieht man von russischen Energielieferungen ab, ist Deutschland der wichtigste Handelspartner der Türkei. In der Außenpolitik eilt Erdogan nicht von Erfolg zu Erfolg. Es gibt keinen Anlass, auf die Knie zu fallen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

Jüngste Beiträge

Antiterrorkampf 2.0

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Obama möchte das Kapitel, das am 11. September 2001 begann, schließen. Mit dieser Absicht aber steht seine Verantwortung als Präsident und Oberbefehlshaber in einem Spannungsverhältnis, das schwer aufzulösen ist. Mehr 17 3