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Krise in der Ukraine : „Im Kreml lacht man über Sanktionen“

Sanktionen „ein Witz“: der russische Präsident Wladimir Putin am 9. Mai auf der Krim Bild: dpa

Ein früherer Berater Putins warnt davor, dessen Absichten zu unterschätzen. Der Präsident wolle den Westen spalten, sagt Andrei Illarionow. Auf die Wirkung von Sanktionen sollten sich Amerika und Europa nicht verlassen.

          Andrei Illarionow, Putins wirtschaftspolitischer Berater von 2000 bis 2005, bezweifelt die Wirksamkeit von Sanktionen gegen Russland. Auf der Globsec-Sicherheitskonferenz in der slowakischen Hauptstadt Preßburg (Bratislava) sagte Illarionow, im Kreml lache man nur darüber: „Die halten das für einen Witz, niemand nimmt das ernst. Die Sanktionen sind auch nicht effektiv, die treffen nur einige Leute auf der dritten oder vierten Ebene. Bezogen auf die Ziele des Kremls aber sind sie völlig ungeeignet.“

          Karl-Peter Schwarz

          Korrespondent für die Tschechische Republik, die Slowakei, Rumänien, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien mit Sitz in Wien.

          Wenn über Sanktionen gesprochen werde, stelle sich die Frage, was damit erreicht werden solle. Einen Bären könne man zwar stechen, aber seine Reaktion würde vermutlich nicht die erhoffte sein. Wenn das Ziel darin bestehe, die territoriale Integrität der Ukraine wieder herzustellen und den Rückzug der russischen Truppen zu erreichen, seien Sanktionen kein geeignetes Mittel.

          „Es geht um viel mehr“

          Illarionow warnte davor, Putins Absichten zu unterschätzen. Es gehe nicht um eine Krise in der Ukraine, sondern um „einen russisch-ukrainischen Krieg“, der wiederum nur ein Kapitel eines viel größeren Konfliktes sei. Putins Strategie bestehe darin, „den Westen in einen kontinentalen und einen angelsächsischen Teil zu spalten – Russland und Kontinentaleuropa auf der einen Seite, die Vereinigten Staaten, Großbritannien und die sogenannten Frontstaaten (die drei baltischen Länder und Polen) auf der anderen Seite.“ Diese Strategie habe sich bewährt.

          Illarionow hatte die russische Regierung Anfang der neunziger Jahre wirtschaftspolitisch beraten, war aber aus Protest gegen ihre reformfeindliche Haltung 1994 zurückgetreten. 2000 holte ihn Putin als seinen ökonomischen Chefberater in den Kreml und ernannte ihn zu seinem persönlichen Beauftragten in der G-8-Gruppe. 2005 legte Illarionov sein Amt zurück. Er leitet das Moskauer Institut für Ökonomische Analyse und  gehört dem Cato Institute an, einem marktwirtschaftlich orientierten Think Tank in Washington.

          Quelle: FAZ.NET

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