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Veröffentlicht: 16.12.2015, 22:21 Uhr

Prügelnder Jugendlicher Faustschlag-Attacke auf spanischen Ministerpräsidenten

Bei einer Wahlkampfveranstaltung prügelt ein Jugendlicher auf Spaniens Regierungschef Rajoy ein. Auf seine Tat soll der 17-Jährige sogar noch stolz sein.

von , Madrid
© reuters Spaniens Premier Rajoy ins Gesicht geschlagen

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy ist am Mittwochabend während eines Wahlkampfspaziergangs in der galicischen Stadt Pontevedra von einem Jugendlichen mit einem Faustschlag ins Gesicht niedergeschlagen worden. Rajoy erlitt eine Prellung und seine Brille ging zu Bruch. Er erholte sich jedoch rasch von dem Angriff und setzte seinen Gang durch die Fußgängerzone der Stadt fort.

Am Abend absolvierte er in Pontevedra, wo der gebürtige Galicier mehrere Jahre seines Lebens verbracht hatte, noch eine Wahlveranstaltung. Derweil trafen von allen seinen Rivalen der anderen Parteien Solidaritätsadressen ein.

Bei dem Angreifer handelte es sich um einen Minderjährigen. Der 17 Jahre alte Andrés V., der angeblich zu einer Hooligan-Gruppe des lokalen Fußballvereins gehören soll und mit einer regionalnationalistischen Partei in Verbindung gebracht wurde, näherte sich dem Ministerpräsidenten während dessen Altstadtspaziergangs angeblich um ein „Selfie“ mit ihm zu machen. Unvermittelt drängte er sich dann durch die letzte Reihe der Umstehenden und versetzte Rajoy einen heftigen Faustschlag auf die linke Wange und Schläfe.

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Er wurde von Sicherheitsbeamten überwältigt. Sie konnten ihm aber erst Handschellen anlegen, als er noch einen Polizisten attackiert und geschlagen hatte. Der Jugendliche sagte später bei seiner Vernehmung, er sei sehr stolz auf seine Tat und würde es wieder tun. Im Prinzip stehen auf derlei tätliche Angriffe gegen Repräsentanten des Staates Gefängnisstrafen von bis zu sechs Jahren.

Als Minderjähriger dürfte er jedoch mit einem milderen Urteil rechnen können. Die linkspopulistische Partei Podemos dementierte derweil, dass der Mann, der angeblich politisches Werbematerial der Partei mit sich führte, in irgendeiner Weise mit ihr verbunden sei. Der Zwischenfall ereignete sich nur wenige Tage vor den nationalen Parlamentswahlen am kommenden Sonntag.

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