Home
http://www.faz.net/-gq5-77vq8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Italien Bersani mit Regierungsbildung beauftragt

Italiens Präsident Napolitano hat den Chef des Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani, mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Bersani muss nun mit seinem Bündnis eine Mehrheit im Parlament suchen.

© AP Erhielt von Napolitano den Auftrag, eine Regierung zu bilden: Mitte-Links-Führer Pier Luigi Bersani

Vier Wochen nach den Wahlen in Italien beginnt Pier Luigi Bersani als Spitzenkandidat der Linken mit der schwierigen Suche nach einer breiten Regierungsmehrheit im Parlament. Bersani wollte am Wochenende unter anderem Arbeitgeberverbände treffen und am Montag dann Gewerkschaften und Parteien. Der Chef der Demokratischen Partei (PD) war von Staatspräsident Giorgio Napolitano eingesetzt worden, sich trotz des Patts im Senat um eine tragfähige Mehrheit zu bemühen und ihm dann zu berichten. Die Konsultationen dürften mehrere Tage dauern.

Napolitano wünsche vor allem einen Dialog Bersanis mit Silvio Berlusconis PdL (Volk der Freiheit) über Reformprojekte, meinte der Mailänder „Corriere della Sera“ am Samstag. Eine von Berlusconi angestrebte große Koalition hatte Bersani in den vergangenen Wochen allerdings wiederholt abgelehnt. Das linke Bündnis hatte zwar die Parlamentswahlen gewonnen und verfügt im Abgeordnetenhaus über eine klare Mehrheit, braucht im Senat jedoch zum Regieren einen Partner. Bersani wird sondieren, mit wem er Absprachen über Kernprojekte und Reformen treffen kann. Dazu gehört ein überarbeitetes Wahlgesetz.

„Ohne PdL gibt es keine Mehrheit“, sagte Berlusconi, „man muss mit uns sprechen.“ Der dreifache frühere Ministerpräsident, der selbst nicht mehr Regierungschef werden will, unterstrich Übereinstimmungen seines Mitte-Rechts-Bündnisses mit dem Programm Bersanis. Dieser will eine „Politik des Wandels“, soziale Reformen und Wachstumsimpulse in den Zeiten der Verschuldung und Rezession. Auch das kleine Bündnis der Mitte des parteilosen bisherigen Regierungschefs Mario Monti tritt für ein breiteres Regierungsbündnis auch mit der PdL ein.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Türkei Erdogan droht mit Neuwahlen

Die bisherige Opposition verweigert sich einer Koalition mit der Partei des Staatspräsidenten. Erdogan erwägt nun, das Parlament aufzulösen. Mehr

22.06.2015, 05:25 Uhr | Politik
Israel Netanjahu beginnt vierte Amtszeit

Israels neue Regierung ist im Amt. Am Donnerstag wurde die neue Koalition unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vereidigt. Zuvor hatte das Parlament das Bündnis mit einer knappen Mehrheit bestätigt. Mehr

15.05.2015, 10:18 Uhr | Politik
Rechtspopulist Thulesen Dahl Der neue starke Mann in Dänemark

Im Ton moderat, in der Sache entschieden: Der Rechtspopulist Kristian Thulesen Dahl ist der eigentliche Wahlsieger in Dänemark. Auch wenn er nicht Ministerpräsident wird – seine Volkspartei wird den Kurs der neuen Regierung entscheidend prägen. Mehr

19.06.2015, 09:14 Uhr | Politik
Wahl in Israel Zionistisches Bündnis bringt Netanjahu in Bedrängnis

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte am Sonntag Abend noch einmal Werbung, um Stimmen für die Wahl zu sammeln. Das neu geschmiedete Zionistische Bündnis aus Mitte-Links-Parteien liefert sich laut Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Netanjahu. Mehr

16.03.2015, 14:02 Uhr | Politik
Kritik an Tsipras Wo das Geld auf den Bäumen wächst

In der Syriza-Fraktion wächst der Unmut über Alexis Tsipras. Kostas Lapavitsas ist einer seiner bekanntesten Kritiker. Er sagt, Griechenland brauche den Euro nicht. Mehr Von Michael Martens, Athen

25.06.2015, 11:53 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.03.2013, 12:18 Uhr

Schicksalstag

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Griechenland braucht eine Regierung, die den Ernst der Lage erkennt; die einsieht, wie dringend der Staat modernisiert werden muss. Ob das in der Eurozone oder außerhalb der Fall sein wird, das wird sich zeigen. Mehr 4