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Großbritannien Cameron beruft nach Attentat in London Krisenstab ein

 ·  Mutmaßliche Terroristen haben in London einen Mann auf offener Straße getötet. Premierminister Cameron brach seinen Frankreich-Besuch ab und berief einen Krisenstab ein.

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© REUTERS Vergrößern Ein Ermittler am Anschlagsort in Woolwich, London

Im Südosten Londons ist am Mittwoch ein mutmaßlicher britischer Soldat auf offener Straße getötet worden. Der britische Premierminister David Cameron berief einen Krisenstab ein. Cameron sprach am Mittwochabend von starken Hinweisen auf einen Terroranschlag und brach seinen Besuch in Paris ab.

Nick Raynsford, Parlamentsabgeordneter für Woolwich und Greenwich, sagte, bei dem Toten handele es sich vermutlich um einen Soldaten. Das Opfer wurde in der Näher einer Kaserne der britischen Streitkräfte von den Tätern mit Fleischermessern angegriffen. Möglicherweise haben die Angreifer auch versucht, den Mann zu enthaupten. „Das ist ein entsetzliches Verbrechen“, sagte Cameron. Die Polizei werde alles Notwendige tun, den Fall aufzuklären. „Es gibt aber eindeutige Hinweise, dass es sich um einen Terrorakt handelt.“ Londons Bürgermeister Johnson sagte, es handele sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Terroranschlag.

Innenministerin Theresa May sprach von einem „barbarischen Verbrechen“. Sie beraumte auf Anweisung Camerons eine Sitzung des Krisenstabs an. Dieser kommt immer dann zusammen, wenn Belange der nationalen Sicherheit berührt sind. In der Nähe des Tatorts wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Auf Amateuraufnahmen war ein junger Schwarzer zu sehen, der zwei Messer in seinen blutigen Händen hatte. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, rief er und entschuldigte sich dafür, dass Frauen Augenzeuginnen der Tat geworden seien. Aber in seinem Land, das er nicht beim Namen nannte, müssten Frauen dasselbe ansehen. „Ihr Leute werdet niemals sicher sein. Stürzt eure Regierungen. Denen seid ihr egal“, sagte der Mann mit britischem Akzent.

Die mutmaßlichen Täter sollen auch „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen haben, berichtete der Sender BBC. Nach Angaben eines Polizeisprechers werden in unterschiedlichen Krankenhäusern ihre Schussverletzungen behandelt. Einer der beiden soll in Lebensgefahr schweben.

Der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen. „Nichts rechtfertigt diesen Mord. Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden“, hieß es in einer Erklärung.

Unklar blieb zunächst, ob die allgemeine Sicherheitslage in London von dem Vorfall beeinträchtigt ist. Am Wochenende werden Zehntausende Besucher aus Deutschland in der Stadt erwartet, wenn im Wembley-Stadion die Mannschaften von Borussia Dortmund und Bayern München im Finale der Fußball Champions League aufeinandertreffen. Sollte sich der Terrorverdacht erhärten, wäre es der erste nennenswerte Terrorakt auf britischem Boden, seit 2005 bei Anschlägen auf U-Bahnen und Busse 52 Menschen ums Leben gekommen waren.

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