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Aktualisiert: 15.08.2014, 11:04 Uhr

Grenzübertritt Russische Militärfahrzeuge sollen in Ukraine vorgerückt sein

Im Schutz der Dunkelheit sollen 23 russische Militärfahrzeuge die Grenze zur Ukraine überquert haben - vor den Augen britischer Journalisten. Der russische Geheimdienst „bestätigt diese Information nicht“.

© REUTERS Russische Soldaten, die nicht Teil des hier zu sehenden Hilfskonvois sind, sollen die Grenze zur Ukraine überschritten haben. Der Hilfskonvoi steht unterdessen weiter in der Nähe der Grenze.

Ein Konvoi von 23 russischen Militärfahrzeugen soll am Donnerstag nach Anbruch der Dunkelheit die ukrainische Grenze überquert haben. Das berichten übereinstimmend die britischen Tageszeitungen „The Telegraph“ und „The Guardian“. Es wäre das erste Mal, dass westliche Journalisten Zeuge eines Grenzüberschritts durch das russische Militär werden. Es soll sich bei den Fahrzeugen nicht um einen Teil des russischen Hilfskonvois handeln, der seit Tagen in Richtung Ukraine unterwegs ist.

Die Grenzschutzabteilung des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB im Gebiet Rostow wollte die „Information“, „russisches Militärgerät“ habe die „Staatsgrenze mit der Ukraine“ überquert am frühen Freitagmorgen nicht bestätigen. Aus der entsprechenden Meldung der Nachrichtenagentur Interfax ging indes nicht hervor, dass der FSB die Berichte zurückgewiesen, als falsch, Hirngespinst, Lüge oder Provokation bezeichnet hätte.

Für ihre Fahrt in die Ukraine wählten die russischen Soldaten den Berichten zufolge einen Grenzübergang nahe der russischen Stadt Donezk, etwa 200 Kilometer vom ukrainischen Donezk entfernt. Die ukrainische Armee hat zurzeit keine Kontrolle über diesen Grenzübergang. Sie hat Russland allerdings schon mehrfach vorgeworfen, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine aktiv mit Waffen und Personal zu unterstützen.

Der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin kündigte eine Untersuchung der Grenzverstöße an. „Wir prüfen Berichte, wonach gestern Nacht 23 russische Militärfahrzeuge den Teil der Grenze überschritten haben sollen, die von Terroristen kontrolliert wird. Es wird hier eine genaue Untersuchung geben. Wir haben fast in jeder Nacht Fälle, in denen Panzer, Waffen und Kämpfer über diese Grenze gebracht werden“,  sagte Klimkin der Zeitung „Bild“. „Die Grenze muss endlich effektiv von der OSZE kontrolliert werden, damit das ein Ende hat. Russland versucht so, die Ukraine dauerhaft zu destabilisieren.“

Nach Angaben von „The Telegraph“ warteten die russischen Militärfahrzeuge nahe eines Flüchtlingslagers auf russischer Seite. Nach Sonnenuntergang starteten sie ihre Fahrt in die Ukraine. Bis auf den Schutz der Dunkelheit sollen sie dabei nicht besonders vorsichtig gewesen seien. Die Scheinwerfer seien eingeschaltet gewesen. Sowohl Fahrzeuge als auch Soldaten seien eindeutig als russisch zu identifizieren gewesen, berichtet die Zeitung.

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Der Konvoi, der Hilfslieferungen in die Ostukraine bringen soll, steckt unterdessen weiterhin auf russischer Seite an der Grenze fest. Nachdem die ukrainische Armee sich zwischen der von den prorusisschen Separatisten kontrollierten Stadt Luhansk und der russischen Grenze postiert hatte, stoppten die rund 280 Lastwagen nahe der Grenze.

© reuters Verhandlungen über russischen Hilfskonvoi gehen weiter

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