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Greenpeace : Verletzte bei Protest gegen Ölbohrung vor den Kanaren

  • -Aktualisiert am

Das Ölbohrschiff „Rowan Renaissance“ vor den Kanarischen Inseln Bild: AFP

Bei einer Protestaktion gegen Ölbohrungen vor den Kanaren ist eine italienische Umweltaktivistin verletzt worden. Die Organisation spricht von „unangemessener Gewaltanwendung“ der spanischen Marine.

          Bei einem Protest der Umweltorganisation Greenpeace gegen Ölprobebohrungen vor der Kanarischen Inseln ist am Wochenende eine italienische Aktivistin verletzt worden. Nach einer Kollision ihrer Barkasse mit einem Schiff der spanischen Armada wurde sie von einem Matrosen gerettet und anschließend mit Schnitten und einem Schienbeinbruch in einem Hubschrauber in ein Insel-Krankenhaus gebracht. Greenpeace sprach in einer Mitteilung von „unangemessener Gewaltanwendung“, das spanische Verteidigungsministerium von einer notwendigen Schutzmaßnahme.

          Ein Video von Greenpeace zeigt die Rettung der Umweltaktivistin durch die spanische Marine

          Der Zwischenfall ereignete sich an der Stelle im Atlantik, etwa fünfzig Kilometer vor den Küsten von Fuerteventura und Lanzarote, wo das Bohrschiff „Rowan Renaissance“ in dieser Woche im Auftrag des Energiekonzerns Repsol in bis zu dreitausend Meter Tiefe mit der Suche nach Erdöl beginnen soll. Das Greenpeace-Schiff „Artic Sunrise“, welches sich seit mehreren Tagen in der Region aufhielt, wollte den Beginn durch seine Protestaktion verhindern. Die Umweltaktivisten wurden mehrmals aufgefordert, die Region, wo Repsol eine staatliche Genehmigung zur Prospektion hat, zu verlassen. Die Italienerin und ein weiterer Aktivist wurden verletzt, als Boote der Armada ihre Barkassen abfingen. Die Arctic Sunrise zog sich später in den Hafen von Arrecife zurück.

          Während die spanische Sozialistische Partei Verteidigungsminister Pedro Morenés aufforderte, im Parlament den Zusammenstoß zu erklären, kam aus Morokko am Wochenende die Nachricht, dass vor seiner Küste auf der Höhe der Stadt Sidi Ifni leichtes Erdöl „von guter Qualität“ gefunden worden sei. Das Unternehmen Genel Energy, das mit einer marokkanischen Lizenz arbeitet, berichtete, dass sein Bohrschiff „Atwood Achiever“ etwa 180 Kilometer von Lanzarote entfernt in 2800 Meter Tiefe auf eine Ölblase gestoßen sei. Es werde nun weiter geprüft, ob der Fund „kommerziell nutzbar“ sei.

          Die spanische Regierung hofft ebenfalls auf einen Erfolg, um mittelfristig die Abhängigkeit des Landes von Ölimporten zu verringern. Gegenwärtig verbraucht das Land täglich 1,4 Millionen Barrel. Davon kommt nur ein winziger Teil, etwa achttausend Barrel, von der Plattform Casablanca vor der Küste Tarragonas. Nach optimistischen Schätzungen von Repsol könnten die Vorkommen vor den Kanaren eventuell bis zu zehn Prozent des spanischen Bedarfs decken.

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