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Gefälschtes Abitur-Zeugnis : Moldauischer Ministerpräsident tritt zurück

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Der moldauische Ministerpräsident Chiril Gaburici verkündet seinen Rücktritt. Bild: dpa

Weil er sein Abitur-Zeugnis gefälscht haben soll, ist Chiril Gaburici von seinem Amt als Ministerpräsident der Republik Moldau zurückgetreten. Laut Polizei kann sich kein Lehrer des betreffenden Gymnasiums an den Schüler Gaburici erinnern.

          Der moldauische Ministerpräsident Chiril Gaburici ist zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenzen aus dem Skandal um ein gefälschtes Abitur-Zeugnis, der die Öffentlichkeit der postsowjetischen Republik seit seinem Amtsantritt im Februar dieses Jahres beschäftigt. Am Samstag voriger Woche hatte das Innenministerium das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft übermittelt.

          Daraus ging hervor, dass Gaburici die Unterschrift des Direktors des Gymnasiums „Stefan der Große“ in Chișinau sowie den Stempel der Schule auf dem Zeugnis gefälscht hatte. Lehrer, die an dem Gymnasium unterrichten, konnten sich nicht daran erinnern, dass Gaburici sich unter ihren Schülern befunden hätte.

          Die Affäre erinnert an jene des Ministerpräsidenten des rumänischen Nachbarlandes. Anders als Victor Ponta, der sein erschlichenes Doktorat zunächst mit Hilfe diverser Regierungsstellen zu vertuschen versuchte, bis er seinen akademischen Titel angeblich um des lieben Friedens willen zurücklegte, wobei er sämtliche Rücktrittsforderungen entrüstet zurückwies, ist Gaburici ein politisches Leichtgewicht.

          Sein Vorgänger Iurie Leanca war bei der Regierungsbildung am Widerstand seiner eigenen liberaldemokratischen Partei gescheitert, weil er dem korrupten System der Oligarchen den Kampf angesagt hatte. Der 38 Jahre alte Gaburici war zuvor als Manager des Mobiltelefon-Providers Moldcell in der Republik Moldau und dessen Tochterunternehmens in Aserbaidschan tätig gewesen. Er galt zunächst als weitgehend ungefährlicher Kompromisskandidat, der sich an die Vorschriften der Partei-Oligarchen halten würde. Indes hatte jedoch die Aufdeckung eines gigantischen, von hohen Stellen gedeckten Betruges an drei moldauischen Banken, der dem armen Lande einen Schaden in der Höhe von etwa einem Zehntel des Sozialprodukts zufügte, heftige Proteste ausgelöst, die den Ministerpräsidenten zusätzlich unter Druck setzten.

          Am Samstag voriger Woche drohte Gaburici mit seinem Rücktritt, sollten die Leitung der Generalstaatsanwaltschaft, der Nationalbank und der Finanzmarktaufsicht, die den Betrug geschehen ließen, nicht neu besetzt werden. Er könne nicht länger zusehen, sagte Gaburici, wie mächtige Interessengruppen die Republik zerstörten.

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