http://www.faz.net/-gq5-7pwql

Gasstreit zwischen Moskau und Kiew : Oettinger stellt Bedingung für russische Pipeline

  • Aktualisiert am

Übt Druck auf Moskau aus: EU-Energiekommissar Günther Oettinger Bild: AFP

EU-Energiekommissar Oettinger sieht mit der geplanten russischen Gas-Pipeline durch Südeuropa ein gutes wirtschaftliches Druckmittel, um Moskau zum Einlenken im Ukraine-Konflikt zu bewegen.

          EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die von Gasprom geplante Pipeline South Stream durch Südeuropa mit dem politischen Verhalten Russlands im Ukraine-Konflikt verknüpft. Die Gespräche stockten derzeit, weil Russland europäische Vorschriften im Energiebereich nicht akzeptieren wolle und „weil die Krise in der Ukraine alles überlagert“, sagte Oettinger der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.).

          „Wir werden die Gespräche fortführen, wenn die russischen Partner sich wieder an völkerrechtliche Gepflogenheiten halten und zu konstruktiver Zusammenarbeit auf der Basis unseres Energierechts bereit sind“, sagte Oettinger weiter. Zwar würden strittige Punkte auf Arbeitsebene besprochen. „In der jetzigen Lage mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der Ostukraine und ohne eine Anerkennung der Regierung in Kiew durch Moskau werden wir aber sicher nicht zu einem politischen Abschluss unserer Verhandlungen kommen.“

          Die Leitung South Stream soll von Russland durch das Schwarze Meer verlaufen und in Bulgarien an Land gehen. Von dort verläuft sie nach den Planungen in einem Strang über Griechenland nach Italien und in einem zweiten Strang über Serbien, Ungarn und Slowenien nach Österreich. Russland verfolgt das erklärte Ziel, mit dieser Leitung die Ukraine als Transitland für Gas zu umgehen. Für den ersten Teilabschnitt im Schwarzen Meer hat Gasprom bereits Röhren bestellt; sie sollen von Herbst an verlegt werden. Die Bauarbeiten für weitere Streckenabschnitte an Land liegen dagegen auf Eis.

          Das Interview mit EU-Energiekommissar Oettinger lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 1. Juni 2014 oder im ePaper.

          Weitere Themen

          Zurück nach Afghanistan Video-Seite öffnen

          40 abgelehnte Asylbewerber : Zurück nach Afghanistan

          Mit dem 15. Abschiebeflug sind 40 abgelehnte Asylbewerber zurück nach Afghanistan gebracht worden. Die Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, da die Sicherheit im Land unterschiedlich eingestuft wird.

          Topmeldungen

          Schneller schlau : Die Altenwelle

          Dass Deutschlands Bevölkerung altert, ist bekannt. Doch wie schnell das Land schon jetzt älter wird, haben Sie noch nie gesehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.