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Erdgas-Förderung : Bulgarische Gas-Träume

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Der Gas-Hub, beeilt sich Dontschew zu betonen, solle jedoch nicht nur mit russischem Gas gespeist werden. Er rechne mit mindestens vier Lieferquellen. Die zweite Quelle wäre demnach aserbaidschanisches Erdgas, das durch eine geplante Verbindungsleitung zwischen Griechenland und Bulgarien fließen soll. Es gebe da zwar noch einige „komplizierte Prozeduren“ zwischen Athen und Sofia, doch das Projekt stehe kurz vor Baubeginn, sagt Dontschew. Der „Interconnector“ mit Griechenland (Interconnector Greece-Bulgaria, IGB) sei nun die Kurzzeit-Priorität Nummer eins. Danach gebe es auch die Planung für eine bulgarisch-serbische Verbindungsleitung. Auch deren Finanzierung sei schon gesichert.

Wirtschaftliches Interesse: Gasprom zahlt am besten

Energieexperte Wladimirow weist indes darauf hin, dass das Projekt der Griechenland-Bulgarien-Leitung bereits seit sieben Jahren verschleppt werde, obwohl die EU Gelder bereitgestellt habe und die Kommission die Verbindungsleitung in die Liste der Projekte von gemeinschaftlichem Interesse aufgenommen habe. Wladimirow vermutet, dass die Verzögerung mit den Eigeninteressen der bulgarischen Energieunternehmen zu tun hat. Möglicherweise spiele auch russischer Einfluss eine Rolle, da Moskau ein Interesse habe, die Diversifizierung der Energiequellen in Bulgarien zu verhindern. Es gehe dabei gar nicht unbedingt um eine tatsächliche politische Nähe zwischen Sofia und Moskau, sondern darum, wer besser zahle. Und dies sei bis dato Gasprom gewesen.

In der Gas-Hub-Planung setzt Bulgarien des Weiteren auf die Ausbeutung eigener Offshore-Gasvorkommen auf dem Grund des Schwarzen Meeres. Allerdings wird der Khan Asparuh Block, auf den sich die Hoffnungen stützen, derzeit noch erkundet. Für die optimistischen Prognosen der bulgarischen Regierung - alles sei „sehr vielversprechend“, sagt Dontschew - gibt es bisher keine Faktengrundlage. Die Annahme, dass dort reiche Gasreserven liegen, beruht vor allem auf Vorkommen im benachbarten rumänischen Block mit Namen Neptun.

Rumänien ist denn auch der letzte mögliche Lieferant in Dontschews Aufzählung. „Wenn unsere rumänischen Nachbarn und Freunde Gas exportieren würden, dann gäbe es sogar noch eine weitere mögliche Quelle.“ Zuerst müsste man jedoch mit der EU-Kommission über alle rechtlichen und technischen Details sprechen. „Wenn wir die politische Unterstützung bekommen, glaube ich, dass das Interesse der Investoren erwachen wird“, schließt Dontschew. Diese Art von Vorschlag sei zudem absolut im Einklang mit der Brüsseler „Ideologie einer Energie-Union“.

In den Augen des Energieexperten Wladimirow ist der Traum vom Gas-Knotenpunkt vor allem ein PR-Coup der Regierung. Die bulgarischen Wähler fänden - ebenso wie ihre Regierungen - Gefallen an Großprojekten. Der Verlust von South Stream sehe in der Öffentlichkeit wie eine Pleite der Regierung aus. Vor allem deshalb rede man nun von einem Knotenpunkt für Gas. Doch Hubs könne man so nicht planen. „Sie entstehen von selbst, wenn ein Land tatsächlich zum Umschlagplatz für Erdgas aus unterschiedlichen Lieferquellen wird.“

Quelle: F.A.Z.

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