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Veröffentlicht: 28.01.2016, 13:32 Uhr

Angebliche Vergewaltigung Lawrow kontert Steinmeier

Im Fall der angeblichen Vergewaltigung eines 13 Jahre alten Mädchens hat sich Russlands Außenminister wieder zu Wort gemeldet. Russland mische sich nicht in deutsche Angelegenheiten ein, erwidert er die Kritik von Außenminister Steinmeier – mit einem Seitenhieb.

© Reuters Russlands Außenminister Lawrow weist deutsche Kritik zurück.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Vorwürfe der Bundesregierung zurückgewiesen, Moskau nutze Berichte über eine angebliche Vergewaltigung in Berlin zur „politischen Propaganda“. „Wir mischen uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ein“, sagte Lawrow am Donnerstag in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat. In dem Fall gehe es um die Menschenrechte.

„Unsere deutschen Freunde kommentieren – wesentlich häufiger als wir – verschiedene Aspekte des gesellschaftlichen Lebens in Russland, und das nicht nur auf dem Gebiet der Menschenrechte, sondern auch auf anderen Gebieten“, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Lawrow kritisierte abermals, es gebe nicht ausreichend Transparenz. Nach „allen Regeln der zivilisierten Welt“ hätte Russland rechtzeitig über den Zwischenfall informiert werden müssen. Erste Hinweise habe Moskau aber nicht von deutschen Behörden, sondern von der „russischsprachigen Gemeinde“ in Deutschland erhalten. „Genau deshalb ist diese Situation entstanden (...) Da es sich um eine Bürgerin der Russischen Föderation handelt, können wir nicht einfach das Ende der Untersuchung abwarten“, betonte er.

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„Wenn die zuständigen Behörden in der Bundesrepublik die notwendigen Informationen gewähren, wird es weniger Missverständnisse geben, davon bin ich überzeugt“, meinte Lawrow. Je schneller Russland über „solch ernste Situationen“ seiner Bürger verständigt werde, umso besser für die bilateralen Beziehungen. „Dann werden bei niemandem mehr Fragen entstehen, was Propaganda oder Einmischung in innere Angelegenheiten ist“, sagte Russlands Chefdiplomat.

Lawrow hatte den Berliner Behörden vorgeworfen, den Vorfall vertuscht zu haben. Die russische Botschaft habe nun Kontakt mit dem Rechtsanwalt der Familie. „Es ist klar, dass das Mädchen auf keinen Fall freiwillig für 30 Stunden verschwunden war“, sagte Lawrow. In russischen Medien war berichtet worden, das Mädchen sei von Migranten entführt und vergewaltigt worden.

Was genau vor zwei Wochen geschah, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Klar ist nur, dass das 13 Jahre alte deutsch-russische Mädchen verschwunden war. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft gab sie zunächst an, entführt und vergewaltigt worden zu sein. Den Ermittlungen zufolge gibt es dafür aber keine Hinweise. Es gebe aber Hinweise auf einvernehmliche sexuelle Kontakte mit Bekannten vor ihrem Verschwinden. Deswegen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes auf Kindesmissbrauch.

© dpa, reuters Sorge vor russischer Medien-Kampagne gegen Deutschland

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