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Iran : EU protestiert gegen Todesurteil für Arzt

  • Aktualisiert am

Demonstration gegen die iranische Regierung vor dem UN-Gebäude in New York im September Bild: AP

Der renommierte Notfallmediziner Ahmadreza Dschalali lebt eigentlich in Schweden. Während eines Heimatbesuches in Iran wird der 46-Jährige verhaftet. Nun ist er wegen „Feindschaft gegen Gott“ zum Tode verurteilt worden.

          Die Europäische Union hat sich in den Fall eines in Iran zum Tode verurteilten und international renommierten Mediziners eingeschaltet. Nach Informationen der „Heilbronner Stimme“ vom Samstag wurde bereits Ende Oktober in Teheran eine gemeinsame Protestnote der EU-Mitgliedstaaten übergeben, die sich gegen die Verurteilung aussprach.

          Der 46-jährige Notfallmediziner Ahmadreza Dschalali, der eigentlich in Schweden lebt und in Italien und Belgien gearbeitet hat, war im April 2016 während eines Heimatbesuches verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, Informationen über das iranische Atomprogramm an Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad weitergegeben zu haben. Laut Zeitung hat der Katastrophen-Spezialist auf seinen weltweiten Reisen zwar auch Mediziner aus Israel getroffen, sich aber lediglich fachlich ausgetauscht. Von Spionage könne keine Rede sein.

          Der Experte für Katastrophenmedizin sei im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert worden, so die Zeitung. Die Haftanstalt ist bei Menschenrechtsorganisationen für Folter und unmenschliche Bedingungen bekannt. Schließlich wurde er laut Bericht wegen „Feindschaft gegen Gott“ angeklagt und am 21. Oktober 2017 zum Tode verurteilt. Zuvor befand sich Djalali mehrere Monate in Einzelhaft, auch trat er in den Hungerstreik, sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich rapide.

          Wie die Zeitung weiter berichtet, haben sich jetzt auch 75 Nobelpreisträger, darunter die Schriftstellerinnen Herta Müller und Elfriede Jelinek sowie die Chemiker Gerhard Ertl und Joachim Frank, in einer gemeinsamen Erklärung an den UN-Botschafter des Iran mit der Bitte um Freilassung Djalalis gewandt. Ein weiterer Brief, verfasst vom Committee of Concerned Scientists mit der Bitte um Unterstützung, ging an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die britische Premierministerin und die Präsidenten von Frankreich, Italien und der EU-Kommission. Das Kanzleramt bestätigte den Eingang des Schreibens an Merkel. Aus dem Auswärtigen Amt sei zu hören, es verfolge die Entwicklung des Falles „sehr aufmerksam und mit großer Sorge“.

          Quelle: KNA, dpa

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