15.07.2006 · Israelische Kampfjets bombardierten am Samstag wieder zahlreiche Ziele im Libanon, erstmals auch ein beliebtes Touristengebiet. Die Zahl der Toten seit Beginn der Militäroffensive ist inzwischen auf über 100 gestiegen.
Nach der Zerstörung des Hisbollah-Hauptquartiers in Beirut und einem Gegenangriff der Miliz auf ein israelisches Kriegsschiff werfen israelische Sicherheitskreise Iran vor, die Hisbollah mit Soldaten zu unterstützen.
Rund 100 iranische Soldaten seien im Libanon im Einsatz, sagte ein ranghoher israelischer Geheimdienstbeamter. Diese hätten die Hisbollah bei ihrem Angriff auf das israelische Kriegsschiff unterstützt. Das Schiff wurde nach israelischen Angaben von einer in Iran hergestellten, lasergesteuerten Rakete in Brand geschossen. Auch ein ägyptisches Handelsschiff wurde von einer Rakete getroffen, ein Besatzungsmitglied wurde dabei verletzt.
Über 100 Tote
Israelische Kampfjets bombardierten am Samstag wieder zahlreiche Ziele im Libanon, am Abend wurden auch Angriffe im Norden des Landes gemeldet. Ziele waren erneut Brücken, Treibstofftanks und Tankstellen. Die Zahl der getöteten Libanesen stieg nach Polizeiangaben auf 106. Auf israelischer Seite kostete der Konflikt mit der Hisbollah bislang mindestens vier Zivilisten und elf Soldaten das Leben.
Erstmals seit Beginn des Militäreinsatzes hat die israelische Luftwaffe einen Angriff auf eines der beliebtesten Touristenziele geflogen. Ziel des Bombenangriffs sei das Haus des führenden Hisbollah-Politikers Mohammed Jasbeck in der Schiitenstadt Baalbeck im Bekaa-Tal nahe der Grenze zu Syrien gewesen, teilte die libanesische Polizei mit. Das Haus sei von einer Rakete getroffen worden; Jasbeck habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht dort aufgehalten. Außerdem seien eine Moschee und das Justizgebäude getroffen worden. Baalbeck ist eine Hochburg der schiitischen Hisbollah, gegen die sich die israelischen Angriffe richten. Wegen ihrer gut erhaltenen Tempelanlagen aus römischer Zeit ist die Stadt eines der beliebtesten Touristenziele im Libanon.
Die israelische Armee plant aber nach eigenen Angaben keine umfangreiche Bodenoffensive gegen die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Libanon. Einen Einsatz von Bodentruppen schloß sie aber nicht grundsätzlich aus.“Wir haben nicht die Absicht, länger mit Bodentruppen in den Libanon vorzurücken“, sagte der Einsatzleiter der Armee, General Gadi Eisenkot, in Tel Aviv. “Was wir beabsichtigen und gerade ausführen, sind begrenzte Schläge gegen die Hisbollah.“ Diese würden in allen Teilen des Libanon geführt.
Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora forderte einen sofortigen und vollständigen Waffenstillstand unter Aufsicht der Vereinten Nationen. Israel müsse die „kollektive Bestrafung“ seines Volkes beenden, sagte der Regierungschef in einer landesweit übertragenen Ansprache.
Krisentreffen der Arabischen Liga
Auch im Gazastreifen gingen die Gefechte weiter. Die israelische Luftwaffe beschoß in der Nacht zum Samstag das palästinensische Wirtschaftsministerium, zahlreiche Büros gingen in Flammen auf. Bei einem Luftangriff auf ein Wohnhaus in Gaza wurden zwei Hamas-Mitglieder getötet. Ebenfalls unter Beschuß waren libanesische Häfen. Nach Angaben der libanesischen Polizei wurden die Hafen von Beirut und Tripoli sowie der Hafen der Stadt Jounieh nördlich der Hauptstadt von israelischen Kampfschiffen aus beschossen. Einige Granaten seien auch in Meeresnähe in der Hauptstadt Beirut eingeschlagen, hieß es weiter.
Die Außenminister von 18 arabischen Staaten haben am Samstag einstimmig eine Intervention des Weltsicherheitsrats gefordert, um eine Eskalation der jüngsten Kämpfe im Nahen Osten zu verhindern. „Der Nahost-Friedensprozeß ist gescheitert. Das gesamte Verfahren sollte jetzt zur vollständigen Überholung an den UN-Sicherheitsrat zurückverwiesen werden“, erklärte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, nach einer Außenministertagung zum Nahost-Konflikt in Kairo. Die gesamte Situation müsse im Sicherheitsrat von vorn erörtert werden, sagte Mussa weiter. „Wenn auch der Sicherheitsrat versagt, niemand weiß, was dann kommen wird.“ Der gesamte Friedensprozeß sei tot, fügte er hinzu.
Inmitten israelischer Bombenangriffe haben am Freitag und Samstag knapp hundert deutsche Staatsbürger mit Hilfe der Bundesregierung den Libanon verlassen. Verschiedene Konvois mit EU-Bürgern seien nach Syrien gefahren, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Samstag der Nachrichtenagentur AP. Insgesamt leben schätzungsweise 1.100 Bundesbürger in dem Land.
Dieser Beitarg ist nicht zu kommentieren! Der Westen solte sich schämen!
Nice Day (rajabi)
- 16.07.2006, 00:56 Uhr
Das ist alles ein Teil des lang durchdachten Planes!
Nice Day (rajabi)
- 16.07.2006, 02:13 Uhr
Waffenpoker im Nahen-Osten
A. Ro-Nori (Steuerzahler)
- 16.07.2006, 02:15 Uhr
Legitim!!!
Sibel Can (cimbom1)
- 16.07.2006, 11:50 Uhr