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Ersatz-Gefängnis Von Guantánamo nach Thomson, Illinois

15.11.2009 ·  Gerade hat das amerikanische Justizministerium entschieden, die Drahtzieher des Anschlags vom 11. September vor ein Zivilgericht zu stellen. Nun scheint auch die Frage ihrer Unterbringung gelöst: Ein Hochsicherheitsgefängnis in Illinois.

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Das Weiße Haus und das Justizministerium scheinen sich für ein Gefängnis in Thomson im Nordwesten des Bundesstaates Illinois als Ersatz für das Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba entschieden zu haben. Das berichteten amerikanische Medien am Wochenende unter Berufung auf Informationen aus Washington und Springfield, der Hauptstadt von Illinois.

Das Hochsicherheitsgefängnis mit 1600 Zellen war 2001 fertiggestellt worden, konnte aber wegen Budgetproblemen nie in vollem Umfang in Betrieb genommen werden. Derzeit sitzen dort etwa 200 Verurteilte in einem Trakt mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen ihre Strafen ab. Der republikanische Abgeordnete Mark Kirk aus Illinois kritisierte die Pläne und forderte das Weiße Haus auf, der „Sicherheit der Familien in Illinois“ Vorrang zu geben und „keine Al-Qaida-Terroristen dorthin zu verlegen“. Derzeit werden in Guantánamo noch 215 Männer festgehalten. Präsident Obama ist inzwischen faktisch von seinem Versprechen abgerückt, das Gefangenenlager bis Ende Januar 2010 zu schließen.

Republikaner fürchten um die Sicherheit im Bundesstaat

Unterdessen kritisieren immer mehr Republikaner die Entscheidung der Regierung, den selbsternannten Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001, Khalid Scheich Mohammed, und dessen vier wichtigste Mitverschwörer von einem Zivilgericht in New York aburteilen zu lassen. Der frühere Bürgermeister der Stadt Rudy Giuliani sprach von einer „gefährlichen und unverantwortlichen Entscheidung“, weil damit die Metropole am Hudson, die ohnedies ein bevorzugtes Ziel für Terroristen sei, zusätzlich gefährdet werde.

Der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain sagte, die Entscheidung gegen ein Verfahren vor einem Militärgericht sende „ein falsches Signal über die Entschlossenheit Amerikas im Kampf gegen den Terrorismus“, weil die von den Terroristen begangenen „grausamen Kriegstaten“ in einer diesen angemessenen Form von Kriegsgerichten geahndet werden müssten.

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