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Recep Tayyip Erdogan : Tausche Pastor gegen Gülen

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Erdogans Feindbild: Der in den Vereinigten Staaten lebende türkischstämmige Prediger Fethullah Gülen Bild: dpa

Erdogan macht den Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich. Doch der lebt in Amerika. Das ärgert Erdogan – deswegen fordert er nun einen Tausch.

          Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Vereinigten Staaten aufgefordert, den in Pennsylvania lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen in die Türkei auszuliefern. Als Gegenleistung bot er die Überstellung des seit Oktober 2016 in der Türkei inhaftierten amerikanischen Missionars Andrew Brunson nach Amerika an.

          Die Amerikaner sagten, sie wollten „den Pastor“ (Brunson) zurückhaben, sagte Erdogan am Donnerstag in Ankara bei einer Rede vor Polizeioffizieren im Präsidentenpalast. „Ihr habt auch einen Pastor. Gebt ihn uns.“ Während dem in der Türkei festgehaltenen Pastor der Prozess gemacht werde, gelte dies für Gülen nicht, kritisierte Erdogan und fügte hinzu: „Ihr könnt ihn leicht geben.“

          Die Türkei macht den in den Vereinigten Staaten lebenden Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Es war nicht das erste, aber das bisher deutlichste Mal, dass Erdogan einen solchen Austausch ins Spiel brachte. Brunson war vor knapp einem Jahr unter der Beschuldigung festgenommen worden, er bedrohe die nationale Sicherheit der Türkei.

          Bereits vor einer Woche, nach seinem Treffen mit Donald Trump in New York, hatte Erdogan gesagt, er habe mit dem amerikanischen Präsidenten über Gülen und Brunson gesprochen und kritisiert, dass die amerikanische Justiz den Prediger immer noch nicht angeklagt habe, obwohl die Türkei ihr „85 Kisten mit Dokumenten“ zu dem Fall übergeben habe.

          Quelle: tens.

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