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Entführung in Afghanistan Obduktion: Deutsche Geisel erschossen

02.08.2007 ·  Die Obduktion hat ergeben, dass der in Afghanistan getötete Deutsche Rüdiger D. an seinen Schussverletzungen starb. Ein zuvor erlittener Kreislaufkollaps war nicht tödlich. Die zweite Geisel Rudolf B. ist weiterhin in der Gewalt der Entführer.

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Der während der Geiselhaft in Afghanistan verstorbene deutsche Bauingenieur wurde durch Schüsse getötet. Das ergab nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom Donnerstag in Berlin die Obduktion des Leichnams im Institut für Rechtsmedizin in Köln.

Der 44 Jahre alte Rüdiger D. aus Mecklenburg-Vorpommern war vor zwei Wochen zusammen mit einem Kollegen in der afghanischen Provinz Wardak, etwa 100 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kabul, entführt worden. Zunächst war vermutet worden, er sei womöglich an einer Herzschwäche gestorben. Da die Leiche aber Schusswunden aufwies, wurde eine Obduktion angeordnet, um die Todesursache zu klären. Der 62 Jahre alte deutsche Bauingenieur Rudolf B. befindet sich noch immer in der Gewalt der Entführer.

Bericht: Kollaps allein führte nicht zum Tod

Im Einzelnen heißt es in dem Obduktionsbericht, dass Rüdiger D. aufgrund der extrem belastenden Situation während der Entführung zunächst einen Kreislaufzusammenbruch erlitt. „Dieser Kollaps führte aber für sich genommen noch nicht zum Tod der Geisel. Auf das noch lebende Opfer wurde nach dessen Zusammenbruch zwei Mal geschossen. Erst nach dem darauf erfolgten Todeseintritt wurden noch vier weitere Schüsse auf den Körper des Opfers abgegeben.“

Unterdessen haben Südkorea und die Vereinigten Staaten nach Angaben des südkoreanischen Außenministers Song Min Soon einen möglichen Militäreinsatz zur Befreiung der ebenfalls in Afghanistan verschleppten Koreaner ausgeschlossen. Stattdessen wolle man sich weiter intensiv um eine friedliche Beilegung des Geiseldramas bemühen.

In dem Entführungsfall habe für beide Länder die Sicherheit der 21 Geiseln in der Gewalt der Taliban-Rebellen höchste Priorität, sagte Song am Donnerstag nach einem Treffen mit dem stellvertretenden amerikanischen Außenminister John Negroponte am Rande eines Regionalforums in Manila. „Südkorea und die Vereinigten Staaten sind sich darin einig, jede Militäraktion auszuschließen“, wurde Song von der nationalen Nachrichtenagentur „Yonhap“ zitiert.

Militäroperation war keine Befreiungsaktion

Der Nervenkrieg um die Geiseln wurde durch Berichte über eine gewaltsame Befreiung der Koreaner in der südostafghanischen Provinz Ghasni angeheizt, die jedoch von den Regierungen in Kabul und Seoul sowie von den Taliban zurückgewiesen wurden.

Das Verteidigungsministerium in Kabul erklärte, es gebe zwar eine Militäroperation gegen die radikal-islamischen Taliban in Ghasni. Ihr Ziel sei aber nicht die Befreiung der Entführten. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte am Mittwochabend, bisher sei keine der 21 übrigen Geiseln getötet worden.

Nach der Entführungen von 23 Südkoreanern im Süden Afghanistans am 19. Juli waren zwei Geiseln erschossen worden. Die Taliban fordern im Austiach gegen die Freilassung der übrigen Geiseln, dass inhaftierte Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis freikommen.

Unterdessen reiste eine Delegation südkoreanischer Abgeordneter in die Vereinigten Staaten, um Washington um Hilfe bei einer diplomatischen Lösung zu ersuchen. Die Taliban halten weiterhin 21 südkoreanische Christen, darunter 18 Frauen, in ihrer Gewalt.

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