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Empörung in Israel Livingstone nennt Scharon „Kriegsverbrecher“

04.03.2005 ·  Der Londoner Bürgermeister hat abermals in Israel für Empörung gesorgt. Nach einem umstrittenen KZ-Wärter-Vergleich hat Livingstone nun den israelischen Premier für „ethnische Säuberungen“ verantwortlich gemacht.

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Der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone hat den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon am Freitag als „Kriegsverbrecher“ bezeichnet und ihm „ethnische Säuberungen“ vorgeworfen.

Er sorgte damit in Israel zum zweiten Mal in kurzer Zeit für Befremden. Vergangenen Monat hatte er einen jüdischen Journalisten wegen dessen hartnäckigen Fragen mit einem KZ-Wärter verglichen. Die neuen Äußerungen Livingstones seien keiner israelischen Reaktion würdig, erklärte ein Außenamtssprecher in Jerusalem.

„Scharon gehört ins Gefängnis“

Der Bürgermeister schrieb in einem Artikel für die Zeitung „The Guardian“: „Scharon ist ein Kriegsverbrecher und gehört ins Gefängnis, nicht ins Amt.“

Er bezog sich dabei auf die Massaker 1982 in zwei libanesischen Flüchtlingslagern. Dabei hatten von Israel unterstützte Milizionäre hunderte Palästinenser getötet. Scharon mußte danach als Verteidigungsminister abtreten, weil er einer Untersuchungskommission zufolge indirekt verantwortlich war.

„Bedrohung für die Bürger Londons“

„Er organisiert weiterhin Terror“, schrieb Livingstone. „Im derzeitigen Konflikt wurden drei Mal so viele Palästinenser wie Israelis getötet.“ Zur Expansion Israels gehörten ethnische Säuberungen und Diskriminierung. Zudem heizten die Israelis Wut und Gewalt auf der ganzen Welt an. „Der Bürgermeister von London würde die Bedrohung für die Bürger seiner Stadt ignorieren, würde er die Ungerechtigkeit nicht anprangern.“

Livingstone reagierte mit dem Artikel auf die Aufforderung britischer Juden, sich für seinen spontanen Vergleich eines Journalisten mit einem KZ-Wärter zu entschuldigen. Dies lehnt er weiter ab. Er sei nicht antisemitisch, schrieb er im „Guardian“. Sein angespanntes Verhältnis zum Rat der britischen Juden sei Ergebnis seiner Kritik an der israelischen Politik.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP
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Von Markus Bickel

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