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Präsidentenwahl in Frankreich : Macron sieht sich als Opfer russischer Cyber-Attacken

Cyber-Angriffe und Falschmeldungen: Emmanuel Macron sieht sich Attacken aus Russland ausgesetzt. Bild: EPA

Wenige Wochen vor der französischen Präsidentenwahl ist die Sorge vor Cyber-Angriffen aus Russland groß. Nun ist der unabhängige Kandidat Macron offenbar ins Fadenkreuz der Hacker geraten.

          Der neue Favorit der französischen Präsidentenwahl, Emmanuel Macron, ist nach eigenen Angaben Opfer von massiven russischen Cyber-Attacken. Das Computersystem des Wahlkampfteams sei in jüngster Zeit tausenden Angriffen ausgesetzt, die von Russland aus gesteuert würden, sagte der Generalsekretär von Macrons Bewegung „En marche“, Richard Ferrand, am Montag in Paris. Der Generalsekretär forderte, dass die französische Regierung sich der Computerangriffe annehme, „um zu garantieren, dass sich fremde Mächte nicht in unser demokratisches Leben einmischen“. 

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Ferrand beklagte auch, dass Macron Ziel russischer Falschmeldungen sei. Staatlich kontrollierte Medien wie der Sender Russia Today und das Portal „Sputnik“ verbreiteten beinahe täglich falsche Informationen über Macron, um Stimmung gegen den EU-freundlichen Präsidentschaftskandidaten zu machen. Zuletzt hatte Nicolas Dhuicq, ein Abgeordneter der Republikaner, über „Sputnik“ verbreitet, Macron sei „ein Agent des amerikanischen Bankensystems“. Im Fernsehsender France 2 ließ Generalsekretär Ferrand anklingen, dass Russland auf einen Misserfolg Macrons hinarbeiten könne.

          Die Amerikaner hätten bei den jüngsten Präsidentenwahlen erst zu spät die russischen Einflussnahme-Versuche bemerkt. Deshalb müsse Frankreich jetzt besonders wachsam sein. In der vergangenen Woche hatten russische Medien Gerüchte über Macrons angebliche Homosexualität verbreitet. Wikileaks-Gründer Julian Assange sagte der russischen Zeitung „Izvestia“, er habe „interessante Informationen“ über Macron. Der Präsidentschaftskandidat räumte die Spekulationen über sein „Doppelleben“ mit dem Chef der staatlichen Radiosender, Mathieu Gallet, bei einer Kundgebung mit Humor aus. Es könne sich nur um sein Hologramm handeln, dass ihm entflohen sei, sagte Macron.

          Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hatte Anfang Januar vor Destabilisierungsversuchen über Cyber-Angriffe gewarnt. Er kündigte an, dass eine neue Einheit zur Abwehr solcher Angriffe die Arbeit aufgenommen habe. Bis 2019 soll die Einheit 2600 Informatikspezialisten zählen, die direkt dem Generalstabschef der französischen Armee unterstellt ist.

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