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Aktualisiert: 21.02.2017, 13:41 Uhr

Elor Azaria 18 Monate Haft wegen Tötung eines verletzten Palästinensers

Ein israelischer Soldat hat einen kampfunfähigen Attentäter mit einem Kopfschuss hingerichtet. Der Fall spaltet Israel: Für die einen ist Azaria ein Held, für die anderen ein Mörder.

© EPA Verurteilt: Der israelische Soldat Elor Azaria mit seiner Mutter

Ein israelischer Soldat muss wegen Totschlags an einem verletzten palästinensischen Attentäter für eineinhalb Jahre ins Gefängnis. Dies entschied ein Militärgericht in Tel Aviv am Dienstag. Der 21 Jahre alte Soldat war im vergangenen Monat schuldig gesprochen worden. Bis zu zwanzig Jahren Haft drohten Elor Azaria zuvor. Viele Israelis sahen den Soldaten hingegen als unschuldig an und feierten ihn als Volkshelden. Auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach sich nach der Urteilsverkündung im Januar für eine Begnadigung aus.

Der Vorfall hatte sich am 24. März vergangenen Jahres in Hebron im Westjordanland ereignet. Damals hatten zwei Palästinenser an einer Kreuzung auf einen israelischen Soldaten eingestochen. Sie wurden umgehend angeschossen und kampfunfähig gemacht. Der Soldat überlebte den Angriff. Während Sanitäter ihn medizinisch versorgten, ging der damals 18 Jahre alte Militärsanitäter Azaria zu einem der beiden Attentäter, der bereits eine Zeitlang verletzt am Boden lag, und erschoss ihn aus nächster Nähe.

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Der Vorfall, von dem die Menschenrechtsorganisation Betselem ein Video veröffentlichte, löste in Israel eine heftige Kontroverse über das ethisch korrekte Verhalten der eigenen Soldaten aus. Von Konservativen wird Azaria als Held gefeiert, Palästinenser und Menschenrechtsorganisationen bezeichnen ihn hingegen als Mörder. Mehrere Hundert Israelis gingen am Tag der Urteilsverkündung im Januar auf die Straße, um für die Freilassung Azarias zu demonstrieren.

44906826 © AFP Vergrößern Azaria polarisiert: Anfang Januar demonstrieren Frauen für seine Begnadigung.

Nach einer Umfrage des Israelischen Demokratie-Instituts aus dem August unterstützt eine klare Mehrheit von 65 Prozent der jüdischen Israelis das Vorgehen Azarias als Selbstverteidigung. Unter rechtsorientierten Israelis sind es sogar 83 Prozent. Die konservative Zeitung „Makor Rischon“ wählte Azaria sogar zum „Mann des Jahres“ 2016.

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