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Elfenbeinküste : Meuternde Soldaten lassen Verteidigungsminister frei

  • Aktualisiert am

Meuternde Soldaten reden mit Journalisten, nachdem sie mit dem Verteidigungsminister der Elfenbeinküste verhandelt haben. Bild: AFP

Nach einem Streit über ihre Bezahlung hat ein Teil der meuternden Soldaten eine vermeintliche Einigung mit dem Präsidenten des Landes nicht akzeptiert und vorübergehend den Verteidigungsminister festgesetzt.

          In der Elfenbeinküste haben meuternde Soldaten den festgesetzten Verteidigungsminister wieder freigelassen. Reuters-Augenzeugen berichteten, neben dem Minister hätten am Samstag Dutzende weitere Menschen das Haus in Bouake verlassen dürfen, in dem Vertreter von Regierung und Soldaten zuvor über eine Beendigung der seit zwei Tagen andauernden Revolte verhandelt hatten.

          Die beiden Seiten hatten wenige Stunden zuvor eine Einigung erzielt, die aber offensichtlich nicht von allen meuternden Soldaten mitgetragen wurde. Kurz nach Verkündigung der Übereinkunft eröffneten einige Soldaten das Feuer und setzten Verteidigungsminister Alain-Richard Donwahi, weitere Regierungsvertreter, Journalisten sowie verhandelnde Soldaten fest. Vor dem Gebäude versammelten sich aufgebrachte Soldaten und forderten, dass vereinbarte Sonderzahlungen sofort und nicht erst nächste Woche ausgezahlt werden sollten.

          Einer der meuternden Soldaten, die den Verteidigungsminister festhielten, sagte: „Der Präsident muss uns sagen, wann wir bezahlt werden und wieviel wir kriegen.“ Kurz zuvor hatte Ouattara verkündet, die Forderungen der Soldaten nach Prämienzahlungen und besseren Lebensbedingungen würden „berücksichtigt“. Details nannte er nicht. Ouattara forderte alle Soldaten auf, in ihre Kasernen zurückzukehren, damit seine Entscheidungen „in Ruhe umgesetzt werden können“.

          Auswärtiges Amt rät von Reise in Elfenbeinküste ab

          Am Freitag hatten meuternde Soldaten die zweitgrößte Stadt Bouaké besetzt. Sie forderten eine Erhöhung ihres Soldes, Prämienzahlungen, schnellere Aufstiegschancen sowie bessere Unterkünfte. Am Samstag hatte der Protest die Wirtschaftsmetropole Abidjan erfasst. Soldaten errichteten Straßensperren, von einem Militärstützpunkt waren Schüsse zu hören.

          Das Auswärtige Amt in Berlin riet in einem am Samstag veröffentlichten Reisehinweis, auf nicht dringend erforderliche Reisen in die Elfenbeinküste bis auf Weiteres zu verzichten. Die Deutsche Botschaft bat in dem Land lebende Deutsche, zu Hause zu bleiben.

          Quelle: hepo./AFP/Reuters

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