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Elfenbeinküste 22.000 Menschen auf der Flucht

 ·  Angesichts des Machtkampfes in der Elfenbeinküste sind etwa 22.000 Menschen nach Liberia geflohen, teilen die UN mit. Derweil lässt Gbabgo das Hauptquartier seines Widersachers Ouattara entgegen eigener Ankündigung weiter abriegeln.

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Der selbsternannte Staatschef der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, lässt entgegen seinem Versprechen das Hauptquartier seines Rivalen Alassane Ouattara weiter abriegeln. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hielten Sicherheitskräfte am Mittwochmorgen die Blockade rund um das Hotel in Abidjan aufrecht, das dem international als Präsidenten anerkannten Ouattara als vorübergehender Regierungssitz dient. Ouattara und seine Vertrauten werden von 800 Blauhelmsoldaten beschützt, ihre Versorgung läuft weitgehend über UN-Hubschrauber.

Nach Angaben der Vermittlungsmission von Afrikanischer Union (AU) und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) hatte Gbagbo zugesagt, umgehend die Blockade durch seine Anhänger zu beenden. Außerdem habe sich der Machthaber bereiterklärt, ohne Vorbedingungen an Verhandlungen über ein friedliches Ende der Krise teilzunehmen.

Nach der Präsidentschaftswahl von Ende November hatte die unabhängige Wahlkommission den Oppositionskandidaten Ouattara zum Sieger erklärt. Der amtierende Staatschef Gbagbo weigerte sich aber trotz massiven internationalen Drucks zurückzutreten. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern schürten Ängste vor einem neuen Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land.

Die Vereinten Nationen forderten das Gbagbo-Lager auf, ihre Stimmungsmache gegen die UN-Mission in der Elfenbeinküste (UNOCI) im Staatsfernsehen „unverzüglich“ einzustellen. Gbagbo hatte Soldaten der UNOCI vorgeworfen, bei einem Zwischenfall in einem nördlichen Vorort von Abidjan auf Zivilisten geschossen zu haben. Die UNO weist das zurück.

22.000 Menschen nach Liberia geflohen

Angesichts des Machtkampfes in der Elfenbeinküste sind unterdessen etwa 22.000 Menschen in das benachbarte Liberia geflohen. Die meisten Flüchtlinge seien Frauen und Kinder und stammten aus dem Westen des westafrikanischen Landes, teilte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) am Mittwoch in Genf mit. Es handele sich sowohl um Unterstützer des von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Siegers der Präsidentschaftswahl, Alassane Ouattara, als auch um Anhänger des eigenmächtig im Amt verbliebenen Staatschefs Laurent Gbagbo. Aus Angst vor den Unterstützern des jeweiligen politischen Gegners hätten sie sich zumeist nachts durch die Buschlandschaft in das Nachbarland durchgeschlagen.

In Liberia haben die Flüchtlinge laut UNHCR vorübergehend Unterschlupf in Dörfern der Region Nimba gefunden. Dort fehlt es den Angaben zufolge aber an Nahrungsmitteln, Unterkünften und Trinkwasser. Die UN kündigten an, ihre Hilfslieferungen für die Flüchtlinge zu intensivieren. In der Stadt Sacleapea an der Grenze zur Elfenbeinküste soll demnach ein erstes Flüchtlingslager eingerichtet werden. Dorthin seien bereits Lastwagen mit Hilfsgütern unterwegs.

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