Der Leiter der deutschen Delegation in der Parlamentarischen Versammlung der Nato, der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Lamers, hat klargestellt, daß es bei der Nato-Tagung in Quebec zwar eine „emotionale Diskussion“ über die Rolle Berlins innerhalb der Afghanistan-Stabilisierungsmission Isaf gegeben habe, daß aber kein britischer Teilnehmer einen Zusammenhang zwischen dem Tod von zwölf kanadischen Soldaten und der Nichtentsendung deutscher Kräfte in den Süden des Landes hergestellt habe.
„Da gibt es keine Kausalität“, sagte Lamers der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Sonntag. Am Donnerstag hatte der FDP-Abgeordnete Stinner einen britischen Tagungsteilnehmer zitiert, der sich über einen Fall von unterlassener Hilfeleistung beklagt haben soll. Während der Operation „Medusa“ im zurückliegenden Sommer habe der Isaf-Kommandeur um 150 Mann zur Unterstützung gebeten, weil kanadische Einheiten in Bedrängnis geraten seien. Der deutsche Kontingentführer habe darauf mitgeteilt, er bekomme keine Erlaubnis aus Berlin, Soldaten zu schicken. (Siehe auch: Afghanistan-Einsatz: Großer Ärger in der Nato über Deutschland)
„Einsatz wird falsch eingeschätzt“
Lamers, der am Freitag in Quebec zum Vizepräsidenten der Parlamentarischen Versammlung der Nato gewählt worden war, sagte, Briten, Niederländer und Kanadier erwarteten mehr Engagement der übrigen Nato-Mitgliedstaaten. Er habe den Eindruck, daß die Verbündeten den wichtigen Beitrag Deutschlands im Norden des Landes „irgendwie völlig falsch einschätzen“. „Allen Bestrebungen, Truppen von Nord nach Süd zu verlegen und zu glauben, darin liege die Lösung der gegenwärtigen Sicherheitsprobleme, widersetze ich mich“, sagte Lamers. Das Gegenteil sei richtig, der Norden werde ansonsten destabilisiert und den im Süden operierenden verbündeten Truppen nicht entscheidend geholfen.
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete unterdessen, die Vereinigten Staaten erhöhten den Druck auf die Bundesregierung, Soldaten in den Süden Afghanistans zu verlegen. Ein nicht namentlich genannter hoher Beamter des amerikanischen Verteidigungsministeriums beklage Mandatsbeschränkungen für deutsche und andere Armeen in dem Land. „Wir hassen solche Vorbehalte. Sie vertragen sich nicht mit einem solidarischen Verhalten.“ Der Befehlshaber in Afghanistan müsse die Deutschen morgens anrufen und ein Bataillon für den Einsatz im Süden anfordern können. „Das muß dann abends dort sein“, sagte er. Zwar habe die Bundeswehr in Afghanistan viel geleistet. Doch gelegentliche Hilfe im Süden genüge nicht. (Siehe auch: )
Indes wurde zum Volkstrauertag ist in diesem Jahr erstmals auch der Bundeswehrsoldaten und anderer deutscher Einsatzkräfte gedacht werden, die bei Auslandsmissionen ihr Leben verloren haben. Das von Bundespräsident Horst Köhler verlesene traditionelle Totengedenken war deshalb ergänzt worden. (Siehe auch: )
Deutschland hat keine Verpflichtung
Frederik Zysk (mfred1)
- 20.11.2006, 00:03 Uhr
afghanistan, deutschland, nato
michael roloff (mikerol)
- 20.11.2006, 04:20 Uhr
Bundeswehr nach Kandahar!
(DohertyAnglican)
- 20.11.2006, 05:08 Uhr
schwieriges Areal...
uwe mildner (recfarm54)
- 20.11.2006, 07:09 Uhr
Hier geht´s doch gar nicht um Afghanistan
matthias nüßgen (mnuessgen)
- 20.11.2006, 11:51 Uhr
