http://www.faz.net/-gpf-86f43

Streit um Kriegsschiffe : „Moskau hält die Frage für vollständig erledigt“

  • Aktualisiert am

Zwei „Mistral“-Schiffe sollten nach Russland gehen – die „Wladiwostok“ und die hier abgebildete „Sewastopol“. Bild: AFP

Russland hat auf die Lieferung zweier moderner französischer Kriegsschiffe verzichtet, die Paris wegen der Ukraine-Krise auf Eis gelegt hatte. Nun wurden die finanziellen Details bekannt.

          Nach monatelangen Verhandlungen haben Paris und Moskau ihren Streit um die Lieferung von zwei Hubschrauberträgern beigelegt. Paris wird die „Mistral“-Schiffe behalten und bereits bezahltes Geld an Moskau zurückgeben. Das teilten Kreml und Élysée-Palast am Mittwoch nach einem Telefonat der Präsidenten François Hollande und Wladimir Putin mit. Wegen der Spannungen zwischen Russland und dem Westen in der Ukrainekrise hatte Frankreich die Lieferung ausgesetzt. Das Rüstungsgeschäft von 1,2 Milliarden Euro war 2011 vereinbart worden.

          „Moskau hält die Frage für vollständig erledigt“, teilte der Kreml am Abend mit. Die Kriegsschiffe der „Mistral“-Klasse eignen sich als schwimmende Kommandozentrale und zum Transport von Truppen und Ausrüstung bei Landeoperationen. Sie können neben Landungsbooten auch schweres Gerät wie Panzer sowie Dutzende Hubschrauber tragen. Putins Berater Wladimir Koschin hatte die Einigung bereits am vergangenen Freitag verkündet, Hollande dementierte dies aber am selben Tag.

          Vertragsgemäß sollte Frankreich das erste Schiff namens „Wladiwostok“ bereits im vergangenen Jahr liefern. Die „Sewastopol“ sollte in diesem Jahr folgen. Laut Moskauer Medien soll der Kreml bereits eine Vorauszahlung von 840 Millionen Euro geleistet haben. Nach der russischen Einverleibung der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 legte Nato-Mitglied Frankreich den Export aber auf Eis. Es begann ein Tauziehen, das die Beziehungen beider Länder erheblich belastete.

          „Paris hat nicht Wort gehalten“

          Hollande und Putin hätten bei dem Gespräch betont, dass der Fall mit der jetzigen Einigung gelöst sei, teilte der Élysée-Palast mit. Die Präsidenten hätten „das Klima der freundschaftlichen und offenen Partnerschaft“ gelobt, mit denen die Übereinkunft erzielt worden sei. Der Vertrag war 2011 zwischen den französischen Werften DCNS/STX und dem russischen Rüstungskonzern Rosoboronexport geschlossen worden.

          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android
          Neue App Der TAG jetzt auch auf Android

          Das neue Angebot für den klugen Überblick: Die wichtigsten Nachrichten und Kommentare der letzten 24 Stunden – aus der Redaktion der F.A.Z. – bereits über 100.000 mal heruntergeladen.

          Mehr erfahren

          „Aus dieser Sache geht Russland besser heraus“, sagte der Moskauer Experte Ruslan Puchow der Agentur Interfax. Dagegen habe Frankreich einen Imageschaden erlitten. „Paris hat nicht Wort gehalten. Wer nun Waffen in Frankreich kaufen will, wird sich an diese Geschichte erinnern“, sagte der Direktor des Zentrums für Strategie und Technik.

          Weitere Themen

          Bürgerliche Brandstifter?

          AfD vor den Landtagswahlen : Bürgerliche Brandstifter?

          Die hessische AfD präsentiert sich vor der Landtagswahl gemäßigter als der Rest der Partei. Die Angriffe aus der CDU versucht sie, für sich zu nutzen.

          Linke Tasche, rechte Tasche

          Krise der Unionsparteien : Linke Tasche, rechte Tasche

          Ist die Union aus CDU und CSU überhaupt noch eine Union? Nach der Wahl in Bayern sagen Politiker der CDU, es sei nun Schluss mit dem Sonderstatus ihrer Schwesterpartei. Ist das wirklich der Fall?

          Topmeldungen

          Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl: Rainer Rahn, stellvertretender Vorsitzender der AfD Hessen.

          AfD vor den Landtagswahlen : Bürgerliche Brandstifter?

          Die hessische AfD präsentiert sich vor der Landtagswahl gemäßigter als der Rest der Partei. Die Angriffe aus der CDU versucht sie, für sich zu nutzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.