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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Ein Toter nach Raketenangriff Israel kündigt eine „harte“ Reaktion an

 ·  Erstmals seit dem Gaza-Krieg vor mehr als einem Jahr ist in Israel wieder eine Person bei einem Raketenangriff getötet worden. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt sich die EU-Außenbeauftragte Ashton im Gazastreifen auf. Die Al Qaida nahestehende Gruppe „Ansar al Sunna“ bezichtigte sich des Angriffs.

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Zum ersten Mal nach dem Gazakrieg ist am Donnerstag im Süden Israels ein Mann durch Raketenbeschuss ums Leben gekommen. Die Rakete aus Gaza schlug in der Nähe von Aschkelon in ein Gewächshaus ein, in dem der thailändische Gastarbeiter arbeitete, der kurz darauf an seinen Verletzungen starb.

In Gaza bezichtigte sich die Gruppe „Ansar al Sunna“ des Angriffs, die Al Qaida nahestehen soll. Es war die dritte Rakete, die innerhalb von 24 Stunden abgefeuert wurde. Die in Gaza regierende Hamas unterband bisher meist solche Angriffe kleinerer Gruppen. Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Schalom kündigte eine „harte“ Reaktion an.

Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt sich die EU-Außenbeauftragte Ashton zu ihrem ersten Besuch im Gazastreifen auf. Sie äußerte sich bestürzt über den Todesfall. Zugleich appellierte sie an Israelis und Palästinenser, sich durch solche Vorfälle nicht davon abbringen zu lassen, sich so schnell wie möglich durch indirekte Verhandlungen um einen dauerhaften Frieden in der Region zu bemühen.

„Menschen im Gazastreifen leiden“

Zudem kündigte sie an, „das Leiden der Bevölkerung im Gazastreifen zur Sprache zu bringen“, wenn sie an diesem Freitag am Treffen des internationalen Nahostquartetts in Moskau teilnimmt. Zu dem Treffen werden auch die amerikanische Außenministerin Clinton und der Nahostvermittler Mitchell erwartet.

Die neue EU-Außenbeauftragte war die erste ranghohe ausländische Besucherin, der die israelische Regierung seit langer Zeit erlaubte, wieder über den Übergang in Eres nach Gaza zu reisen. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon wurde der Grenzübertritt gestattet; er will am Samstag von Jerusalem kommend nach Gaza fahren. Die israelische Regierung lehnte solche Besuche bisher ab, um den Eindruck zu verhindern, sie lasse Vermittlungsversuche mit der Hamas in Gaza zu, zu der sie keinerlei direkte Kontakte unterhält.

Obama: Keine Krise in den Beziehungen zu Israel

Unterdessen widersprach der amerikanische Präsident Obama in einem Interview mit dem Sender „Fox News“ der Einschätzung, es gebe eine Krise in den Beziehungen zwischen Amerika und Israel. „Wir und das israelische Volk haben einen besonderen Bund, der nicht einfach verschwinden wird“, sagte er.

Obama kritisierte jedoch ausdrücklich den israelischen Innenminister Jischai. Ein dem Innenministerium angegliederter Ausschuss hatte während des Besuchs von Vizepräsident Biden den Bau von 1600 neuen Wohnungen in Ostjerusalem genehmigt. Ein Sprecher des Außenministeriums machte in Washington deutlich, dass man immer noch auf eine israelische Reaktion auf die von Außenministerin Clinton gestellten Forderungen mit Blick auf Ostjerusalem warte.

Nach israelischen Presseberichten hängt davon ab, ob und welche führenden Politiker Netanjahu nächste Woche treffen werden, wenn er nach Washington reist. In Jerusalem äußerte sich aber selbst Staatspräsident Peres am Donnerstag wenig kompromissbereit. Er sprach sich dafür aus, in Ostjerusalem weiterzumachen wie bisher: „Dass wir nicht bauen, wo wir vorher nicht gebaut haben und es unser Recht ist, dort zu bauen, wo wir schon gebaut haben.“

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