24.05.2006 · Wochen bevor die EU die Wahlen in Kongo sichern will, sind dort 32 Ausländer unter dem Vorwurf verhaftet worden, einen Putsch zu planen. Es seien „Söldner mit dem Auftrag, den Wahlverlauf zu stören“, heißt es von offizieller Seite.
In Kongo sind am Dienstag 32 Ausländer unter dem Vorwurf festgenommen worden, einen Putsch zu planen. Wie der kongolesische Innenminister Théophile Mbemba Fundu sagte, seien die Männer, bei denen es sich um Amerikaner, Nigerianer und Südafrikaner handeln soll, „Söldner mit dem Auftrag, die Institutionen des Landes zu stürzen und den Wahlverlauf zu stören“.
Die Festgenommen, die für die Sicherheitsfirma „Omega“ arbeiten, seien aus Irak kommend nach Kongo eingereist und hätten alle einen militärischen Hintergrund, so der Innenminister.
Umstrittene Leibwächter
Kongo wählt voraussichtlich am 30. Juli einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament. Die Europäische Union will die als historisch geltenden Wahlen mit einer Militärmission sichern, die etwa 1500 Soldaten umfaßt. Die Bundeswehr wird vorbehaltlich der Zustimmung des Bundestages 500 „Einsatzkräfte“ und 280 „Unterstützungskräfte“ schicken.
Die Verhaftung der angeblichen Söldner fällt zeitlich mit der Aufforderung der internationalen Gemeinschaft an die kongolesischen Präsidentenkandidaten zusammen, ihre persönlichen Leibwachen auf 25 Mann zu reduzieren, um „Mißverständnisse“ zwischen den europäischen Soldaten und den Leibwächtern zu vermeiden.
Berlin: Sicherheitslage unverändert
Sowohl Präsident Joseph Kabila als auch der stellvertretende Präsident Jean-Pierre Bemba verfügen indes über weit mehr als 25 Mann zu ihrem persönlichen Schutz, wobei die Größe des Begleittrosses immer auch Statussymbol ist. Insofern ist nicht auszuschließen, daß die Verhaftung der „Söldner“ lediglich der Versuch ist, die Reduzierung der Leibwache mit Hinweis auf eine „ausländische Bedrohung“ zu unterlaufen.
Ein Sprecher der Bundesregierung sagte am Mittwoch, nach Einschätzung der deutschen Fachleute sei die Sicherheitslage in Kongo unverändert. Die Verhaftungen hätten keine Auswirkungen auf die Vorbereitungen für den Bundeswehreinsatz, über den das Parlament am 1. Juni entscheiden soll.
Unterdessen gab die UN-Mission in Kongo (Monuc) bekannt, daß bei einer gemeinsamen Militäraktion mit der kongolesischen Armee gegen Milizen im Osten des Landes in den vergangenen Tagen 46 Menschen getötet worden seien, unter ihnen fünf Regierungssoldaten. In Folge der Kämpfe in der Provinz Ituri, an denen etwa 1000 UN-Soldaten und 3000 kongolesische Soldaten beteiligt waren, seien zahlreiche Zivilisten aus ihren Dörfern in die Wälder geflohen.