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Ein Jahr nach Anschlag : 86 Lichtsäulen für die Opfer von Nizza

  • Aktualisiert am

In den Tagen nach dem Anschlag 2016 wehten die Flaggen in Nizza auf Halbmast. Bild: dpa

Präsident Macron ist heute in Nizza, wenn Frankreich am Nationalfeiertag der Menschen gedenkt, die ein Attentäter mit einem Lkw getötet hatte. Um Aufnahmen vom Anschlag gibt es Streit.

          Jedes Jahr am 14. Juli zeigt Frankreich seine militärische Stärke. Diesmal werden die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag aber von einem traurigen Jahrestag überschattet. Vor genau einem Jahr wurden in Nizza 86 Menschen getötet, als ein Lkw in eine feiernde Menschenmenge raste. Dazu sind am Abend Gedenkveranstaltungen in der Mittelmeerstadt geplant.

          Amerikas Präsident Donald Trump schaut als Ehrengast am Vormittag der traditionellen Militärparade auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées zu. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte ihn anlässlich des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren eingeladen, auch 200 amerikanische Militärs sind deshalb bei der Parade dabei.

          Anschlag auf der Strandpromenade

          Am Nachmittag rückt dann das Drama von Nizza in den Fokus. Auf der berühmten Strandpromenade der Mittelmeerstadt war am 14. Juli 2016 nach dem Feuerwerk zum Nationalfeiertag der Attentäter Mohamed Lahouaiej-Bouhlel mit einem Lastwagen durch die Menschenmenge gerast. Bei dem Anschlag wurden 86 Menschen getötet, die Polizei erschoss den Angreifer.

          Zum ersten Jahrestag sind unter anderem eine Militärparade und eine Gedenkzeremonie geplant, auch Präsident Macron reist dazu nach Nizza. Am Abend findet ein Konzert statt, 86 Lichtsäulen auf der Strandpromenade sollen an die Opfer erinnern.

          Frankreich : Jahrestag des Lastwagen-Anschlags von Nizza

          Keine IS-Verbindung nachgewiesen

          Die Attacke hatte Frankreich schwer erschüttert. Es war damals der dritte große Terrorschlag gegen Frankreich nach den Anschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 und der Pariser Terrornacht vom 13. November 2015.

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          Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte die Attacke für sich reklamiert. Die Ermittler fanden zwar Anzeichen für eine islamistische Radikalisierung des Angreifers, aber keine Verbindungen zwischen ihm und dem IS.

          Streit um Fotos

          Kurz vor dem Jahrestag des Terroranschlags sorgte die Veröffentlichung von Fotos der Tat für heftige Kritik. Die Pariser Staatsanwaltschaft scheiterte am Donnerstag zwar mit ihrem Eilantrag, die aktuelle Ausgabe des Magazins „Paris Match“ wegen Verletzung der Menschenwürde aus dem Verkauf zu nehmen. Ein Gericht verbot aber „jede neue Veröffentlichung“ der zwei fraglichen Fotos, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Urteil berichtete.

          Das Magazin hatte Standbilder aus Aufnahmen von Videoüberwachungskameras veröffentlicht, die die Attacke auf der Strandpromenade zeigen. Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, hatte ebenfalls gefordert, das Magazin aus dem Verkauf zu nehmen. Diese Bilder seien „unhaltbar und schändlich“, erklärte er.

          „Paris Match“ wehrte sich gegen Kritik: Die Standbilder seien aus der Ferne aufgenommen, „ohne mögliche Identifizierung der Opfer oder Verletzung ihrer Würde“. „Paris Match“ werde mit aller Kraft das Recht der Bürger und zuallererst das der Opfer verteidigen, „zu wissen, was wirklich passiert ist“.

          Quelle: bard./dpa

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