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Drohungen aus Pjöngjang Nordkoreanische Streitkräfte in Kampfbereitschaft

09.03.2009 ·  Nordkorea hat in ungewöhnlich scharfer Form auf das jährliche südkoreanisch-amerikanische Manöver reagiert: Pjöngjang versetzte seine Truppen in volle Kampfbereitschaft. Ein Militärsprecher sagte, die Übungen Amerikas und Südkoreas dienten der Vorbereitung eines Krieges.

Von Petra Kolonko, Tokio
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Nordkorea hat wegen eines gemeinsamen Manövers südkoreanischer und amerikanischer Truppen in Südkorea seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Das Militär des kommunistischen Landes drohte zudem mit schweren Vergeltungsschlägen, falls ein Satellit, den es bald in Umlauf bringen will, abgeschossen würde. Ein Abschuss eines Satelliten, der nur friedlichen Zwecken diene, sei ein Kriegsakt, hieß es am Montag in einer Stellungnahme der Nordkoreanischen Volksarmee.

Bereits vor dem Beginn der See- und Landmanöver am Montag hatte Nordkorea angekündigt, es könne die Sicherheit ziviler Flugzeuge in seinem Hoheitsgebiet nicht mehr garantieren. Mit den neuen Drohungen verschärft Nordkorea weiterhin seine verbalen Angriffe auf Südkorea und ignoriert Appelle der internationalen Gemeinschaft nach Zurückhaltung.

Amerika warnt Nordkorea vor Raketentest

Noch am Wochenende hatte der neue amerikanische Nordkorea-Beauftragte Bosworth Nordkorea vor einem Raketentest gewarnt. „Ein solcher Test wäre sehr unklug“, sagte Bosworth bei einem Besuch in Seoul. Er forderte die nordkoreanische Regierung auch dazu auf, ihre aggressive Rhetorik aufzugeben. Bosworth bekräftigte, dass die neue Regierung in Washington zu Gesprächen mit Nordkorea bereit sei. „Wir wollen den Dialog“, sagte Bosworth.

Auch Nordkoreas Verbündeter China rief das Regime in Pjöngjang indirekt dazu auf, zum Verhandlungstisch zurückzukehren und sich kooperativ zu zeigen. China hoffe, dass alle Seiten mehr für Frieden und Stabilität tun, sagte der chinesische Außenminister Yang Jiechi. Nach Erkenntnissen militärischer Beobachter bereitet Nordkorea den Abschuss einer Langstreckenrakete vor. Nordkorea behauptet, der Raketenabschuss werde einem Satelliten-Test dienen.

Kim Jong-il einstimmig wieder ins Zustimmungsparlament gewählt

Nordkorea protestiert grundsätzlich gegen gemeinsame Manöver amerikanischer und südkoreanischer Truppen. An den 12 Tage währenden Übungen nehmen 50 000 amerikanische und südkoreanische Soldaten teil.

Während sie sich nach außen kämpferisch gab, ließ die nordkoreanische Führung zuhause die Bevölkerung die „Wahlen“ vor der Obersten Volksversammlung feiern. Die Regierung gab bekannt, dass Staatschef Kim Jong-il bei den Wahlen zum Zustimmungsparlament Nordkoreas in seinem Wahlkreis mit 100 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden sei.

Aufschluss über Kims Nachfolge?

Die Wähler hätten damit ihre Entschlossenheit für einen Schutz des Staatschefs zum Ausdruck gebracht, verbreitete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Die Volksversammlung tritt nur ein oder zwei Mal im Jahr zusammen und hat keine reale Macht. Aus ihren Reihen rekrutiert sich aber die Partei- und Staatsspitze. In diesem Jahr wird besonders darauf geachtet, ob Kim Jong-ils jüngster Sohn, Kim Jong-un, in die Versammlung gewählt wird. Sollte er Delegierter werden, könnte dies darauf hindeuten, dass er für hohe Posten und möglicherweise als Nachfolger seines Vaters vorgesehen ist.

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Politische Korrespondentin für Ostasien.

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