25.08.2010 · Im Norden Mexikos sind die Leichen von 72 Menschen gefunden worden. Kurz zuvor hatten sich Soldaten eine Schießerei mit mutmaßlichen Mitgliedern eines Drogenkartells geliefert. Seit 2006 sind in Mexiko 28.000 Menschen getötet worden.
Mexikanische Marineinfanteristen haben nach einer Schießerei mit mutmaßlichen Mitgliedern eines Drogenkartells in einem ländlichen Gebiet im Norden des Landes die Leichen von 72 Menschen entdeckt. Bei der Schießerei wurden ein Soldat und drei Verdächtige getötet. Die Marine gab den Fund am Mittwoch bekannt, nannte aber keine Einzelheiten zu dem Fall. Unklar blieb zunächst die Identität der 58 Männer und 14 Frauen und die Frage, ob sie gleichzeitig getötet wurden.
Auch über die Täter war vorerst nichts bekannt. Mexikanische Drogenkartelle nutzen häufig leere Grundstücke oder Minenschächte, um sich der Leichen von Entführungsopfern oder Mitgliedern rivalisierender Banden zu entledigen.
Der mexikanische Präsident Felipe Calderón geht seit 2006 verstärkt gegen die Drogenkriminalität vor. Die Drogengewalt in dem Land hat in den vergangenen vier Jahren mehr als 28.000 Menschen das Leben gekostet.
Leichen an Brücken aufgehängt
In der kleinen Stadt Casas Grandes in der Grenzregion zu den Vereinigten Staaten wurden nach Behördenangaben unterdessen die geköpften Leichen eines 15 Jahre alten Jungen und seines Onkels entdeckt. Die Köpfe wurden im Zentrum der Stadt gefunden, wo sie gut sichtbar abgelegt worden waren. Zudem meldeten die Behörden den Fund zweier verstümmelter Leichen an einer Straße, die zum Urlaubsort Acapulco an der Pazifikküste führt. Die Leichen hingen demnach von einer Brücke herunter.