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UN-Vollversammlung : Iran entsetzt über „ignorante Hassrede“

  • -Aktualisiert am

Fernsehübertragung von Donald Trumps Rede vor der UN-Vollversammlung Bild: AP

Mit seiner Rede vor der UN hat Donald Trump für Entsetzen gesorgt – und viel Applaus seiner Basis eingeheimst.

          Eine Mischung aus „Twitter-Trump“ und „Teleprompter-Trump“ habe die Welt erlebt, als der amerikanische Präsident am Dienstag seine mit Spannung erwartete Rede vor der UN-Generalversammlung hielt, spottete das Magazin „Politico“. Tatsächlich wurde Trumps Auftritt von vielen Beobachtern als staatsmännisch im Gestus wahrgenommen, war aber inhaltlich so polarisierend wie viele befürchtet hatten. Während Trump an mehreren Stellen seiner Rede zu pausieren schien, um den Anwesenden vergeblich die Gelegenheit zum Applaudieren zu geben, ließ die Kritik an seinem Auftritt nicht lange auf sich warten. Bereits zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres davor gewarnt, dass allzu hitzige Worte „zu tödlichen Missverständnissen führen“ könnten.

          Die Reden am Mittwoch werden wohl nicht so polarisierend sein. Zwar dürfte Irans Präsident Rohani zu Trumps Vorwürfen Stellung nehmen und Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine, noch einmal in Erinnerung rufen, dass Russland Teile seines Landes besetzt hält. Besonders spannend werden wahrscheinlich auch die Reden von Donald Tusk, Rats-Präsident der EU, und Theresa May, Großbritanniens Premierministerin, die kurz nacheinander ans Rednerpult treten sollen. Die beiden sind derzeit im Streit um den Brexit ineinander verhakt. Und auch wie die israelischen Diplomaten auf die Rede des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas reagieren, wird interessant zu beobachten sein.

          Doch die Schlagzeilen des ersten Tages galten ganz der Rede von Donald Trump. Die einfachen Gegensätze, die er konstruierte – die Amerikaner mit ihrem guten Herzen, die „Familie“ und nicht zuletzt Gott auf der einen, die „Loser“, die Diktatoren, die bösartigen Terroristen auf der anderen Seite – diese Freund-Feind-Frontstellung passt zwar in das Weltbild vieler seiner Anhänger. Doch schon während der Ansprache wiesen ihn Hunderte bei Twitter auf die offensichtlichen Schwachstellen seiner Argumentation hin. Kritiker wie der Kolumnist Nicholas Kristof von der „New York Times“ fragten dort, warum Trump Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea oder Syrien zwar anprangerte, zu anderen Ländern aber schwieg. Trump unterstützt, während er auf den „mörderischen“ Iran schimpft und jegliche gesellschaftspolitischen Fortschritte in dem Land ignoriert, etwa mit der Fortsetzung amerikanischer Waffenverkäufe Saudi-Arabiens Krieg im Jemen.

          Dahinter steht natürlich, wie bei seinen Vorgängern auch, dass Trump im Interesse seines eigenen Landes zu handeln meint; was den momentanen amerikanischen Interessen dient, das lässt sich in dieser Logik auch rechtfertigen. „Wir rufen zu einem neuen Erwachen der Nationalstaaten auf”, hatte Trump gesagt. Das Eigeninteresse stellte er nicht neben sondern über die gemeinsam zu verfolgenden Interessen der Staatengemeinschaft. Letztlich könnte allerdings auch Nordkorea mit dieser Argumentation behaupten, dass der Aufbau eines nuklearen Waffenarsenals nun einmal im nationalen Eigeninteresse liege.

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