http://www.faz.net/-gpf-95gra

Trump zu Kim : „Mein Atomknopf ist größer“

  • Aktualisiert am

Ein Bildschirm in einer Bahnstation in Seoul zeigt Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un (r) und den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. (Archivbild) Bild: dpa

Amerikas Präsident reagiert auf eine neue Drohung von Nordkoreas Machthaber. Der treibt mit einem neuen Schritt seinen Keil weiter zwischen Seoul und Washington.

          In seiner Neujahrsansprache hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un gegenüber Seoul Dialogbereitschaft signalisiert – und den Vereinigten Staaten mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Während sich Südkorea aufgeschlossen zeigte und ein Treffen mit Vertretern Nordkoreas plant, reagierte der Amerikas Präsident auf Twitter mit einer Gegendrohung.

          Donald Trump schrieb am Dienstag: „Kann jemand aus seinem ausgelaugten und ausgehungerten Regime ihm bitte sagen, dass ich auch einen Atomknopf habe“, schrieb der amerikanische Präsident nun auf Twitter. „Aber er ist viel größer und mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!“ Damit nahm Trump Bezug auf eine Aussage Kim Jong-uns. Dieser hatte am Montag in seiner Neujahrsrede gesagt, der Atomknopf sei immer auf seinem Tisch.

          Zuvor hatten die Vereinigten Staaten bereits die Erwartungen an mögliche Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea gedämpft. Pjöngjangs Annäherung an Seoul wird von Fachleuten als Versuch des nordkoreanischen Regimes gewertet, einen Keil zwischen die Partner Amerika und Südkorea zu treiben.

          Unterdessen wurde bekannt, dass Nordkorea die suspendierte Kommunikationsleitung zu Südkorea an der schwer bewachten Landesgrenze „wiederherstellen“ will. Das habe der staatliche Rundfunk in Nordkorea angekündigt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Die Telefonleitung im Grenzort Panmunjom solle am Nachmittag (Ortszeit) wieder aktiviert werden.

          Am Dienstag klingelte dort bereits zweimal das Telefon. Doch wie schon in den vergangenen fast zwei Jahren blieb die Leitung stumm. Im Norden nahm niemand den Hörer ab.

          Seoul wertete den Vorstoß aus Pjöngjang als „sehr bedeutsam“. Es handele sich um einen wichtigen Schritt, den auf Eis liegenden Dialog wieder aufzunehmen, sagte Präsidentensprecher Yoon Young-chan. „Dies schafft eine Umgebung, in der Kommunikation zu jeder Zeit möglich sein wird.“ Südkoreas Präsident brachte vor Arbeitern der Daewoo Schiffswerft seinen starken Willen zum Ausdruck, Gespräche über einen Weg zum Frieden mit dem Norden zu eröffnen. Er sei so stark wie ein Eisbrecher, der in dieser Werft gebaut werde, sagte Moon mit Blick auf seine Willen.

          Trump twittert : „Mein Atomknopf ist größer“

          Hintergrund ist ein Gesprächsangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un vom Montag. In seiner Neujahrsansprache hatte er sich bereit zum Dialog gezeigt. Südkorea hatte daraufhin vorgeschlagen, in der nächsten Woche ein Treffen auf hoher Ebene in Panmunjom abzuhalten. Es soll dabei um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar und die Verbesserung der bilateralen Beziehungen gehen.

          China lobte derweil die von Nordkorea angekündigte Aktivierung der stillgelegten Telefonleitung. Man „begrüße und unterstütze“ die Anstrengungen beider Seiten, die Beziehungen vor den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongcheng zu verbessern, sagte Außenamtssprecher Geng Shuang am Mittwoch in Peking. Alle an dem Konflikt beteiligten Parteien sollten den „positiven Trend nutzen und sich auf halbem Wege treffen“.

          Quelle: lohe./alri./marf./dpa/AFP

          Weitere Themen

          Proteste bei Besuch von Mike Pence Video-Seite öffnen

          Jerusalem : Proteste bei Besuch von Mike Pence

          Bei seinem Besuch in Israel hat der amerikanische Vizepräsident Mike Pence erneut die international umstrittene Entscheidung von Präsident Donald Trump verteidigt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Im israelischen Parlament protestieren arabische Abgeordnete gegen eine Rede von Pence in der Knesset, sie wurden aus dem Saal gebracht.

          Die Katze heißt Covfefe

          Trump-Anhänger : Die Katze heißt Covfefe

          Im Wahlkampf haben wir viele Anhänger Donald Trumps vorgestellt. Einige haben unserem Korrespondenten nun erzählt, wie er ihnen nach einem Jahr als Präsident gefällt. Sechs Gespräche über Mauer und Moral, Tweets und Theologie. Und über die Resistance.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Groko-Verhandlungen : Womit die SPD jetzt punkten will

          Auf die Sondierung folgen die Koalitionsverhandlungen. Nun rückt vor allem die SPD viele Themen in den Blick, die bisher nur vage behandelt wurden. Tatsächlich stehen die Chancen auf Nachbesserungen gut. Ein Überblick.
          Die Preise für Waren und Dienstleistungen sind in Deutschland 2017 so stark gestiegen wie seit fünf Jahren nicht mehr.

          Wohin mit dem Geld? : Die Rückkehr der Inflation

          Die Inflation ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Die deutschen Sparer verlieren dadurch Milliarden. Höchste Zeit, das Geld besser anzulegen!

          Eingeschneit in den Alpen : Bier und Brot für 14 Tage

          In vielen Regionen in den Alpen herrscht nach starkem Schneefall Ausnahmezustand. Wegen großer Lawinengefahr sind Straßen gesperrt, mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Oft hilft nur noch der Helikopter – oder eine gesunde Gelassenheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.