http://www.faz.net/-gpf-92cde

Twitter-Trade nach Hurrikan : Trump kritisiert „armselige Führung“ in Puerto Rico

  • Aktualisiert am

Der Hurrikan „Maria“ hat auf Puerto Rico schlimme Zerstörungen angerichtet. Bild: AP

Die Menschen auf Puerto Rico fühlen sich von der Regierung in Washington im Stich gelassen. Der Präsident hat eine etwas andere Sicht auf die vom Hurrikan „Maria“ zerstörte Insel.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat seine Kritik an der Führung Puerto Ricos nach dem Durchzug des Hurrikan „Maria“ verstärkt. Der Bürgermeisterin von San Juan, Carmen Yulin Cruz, warf er am Samstag in einem Tweet „armselige Führung“ vor.

          Auch andere Verantwortliche in Puerto Rico seien nicht in der Lage, die Hilfsmaßnahmen in Gang zu bringen, kritisierte Trump in einer Reihe von Tweets, die er am frühen Morgen aus seinem privaten Golfclub in Bedminster im Bundesstaat New Jersey verschickte.

          „Sie wollen, dass alles für sie erledigt wird, wenn es eine kommunale Anstrengung sein sollte.“ Den Ersthelfern auf Bundesebene attestierte Trump dagegen eine „unglaubliche Arbeit“. Wie so oft vermutet Trump hinter negativen Schlagzeilen über ihn  und sein Krisenmanagement eine Allianz der „Fake-News-Medien“ CNN und NBC. Die sähen in den Berichten eine Chance, ihm eins auszuwischen und legten Überstunden ein, um die eingesetzten Soldaten und Ersthelfer zu demotivieren. Am Dienstag werde er selbst nach Puerto Rico reisen und womöglich auch den Virgin Islands einen Besuch abstatten.

          Seine Kritik war offenbar eine Reaktion auf Äußerungen der Bürgermeisterin vom Freitag. Sie hatte auf CNN der amtierenden Heimatschutzministerin Elaine Duke widersprochen, dass es „gute Nachrichten“ aus Puerto Rico nach dem Hurrikan gebe. Cruz hielt dem entgegen, es sei keine gute Nachricht, dass Menschen ums Leben kämen. Trump rief Puerto Rico seinerseits zu Überlegungen auf, wie die enormen Aufräumarbeiten finanziert und die schon jetzt hohen Schulden der Insel verringert werden könnten.

          Der Bürgermeisterin von Puerto Rico, Carmen Yulin Cruz (links), wirft Donald Trump schlechtes Management vor.

          Ein anderer Bürgermeister auf Puerto Rico, Isidro Negron Irizarry, teilte die Einschätzung von Cruz und bemängelte die schlechte Versorgungslage der Bevölkerung.

          „Maria“, der schwerste Wirbelsturm in Puerto Rico seit 90 Jahren, kostete mindestens 16 Menschen das Leben. Die Strom- und Kommunikationssysteme der Insel sind lahmgelegt. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Treibstoff gestaltet sich deshalb schwierig.

          Schon mit seinen ersten Reaktionen auf die Zerstörungen hatte Trump Irritationen ausgelöst. Er hatte unter anderem geschrieben, dass das Stromnnetz auf der Insel schon vor dem Wirbelsturm in schlechtem Zustand gewesen sei. Ohnehin schulde Puerto Rico der Wall Street Milliarden von Dollar.

          Weitere Themen

          Trump will 2020 wieder zur Wahl antreten Video-Seite öffnen

          Laut Interview : Trump will 2020 wieder zur Wahl antreten

          Am Rande seines Besuchs in Großbritannien hat der amerikanische Präsident Donald Trump in einem Interview gesagt, er wolle sich 2020 abermals zur Wahl aufstellen lassen. Anhänger rechter Organisationen feierten ihn in London.

          Tausende protestieren in Schottland gegen Trump Video-Seite öffnen

          Edinburgh : Tausende protestieren in Schottland gegen Trump

          Einen Tag nach den Massenprotesten in London gegen Donald Trump haben auch im schottischen Edinburgh tausende Menschen gegen den amerikanischen Präsidenten demonstriert. Zum Abschluss seiner Großbritannien-Reise hält sich Trump in seiner Luxus-Golfanlage im schottischen Turnberry auf.

          Topmeldungen

          Osteuropa und der Gipfel : Ohne uns über uns

          Trump und Putin allein in einem Raum mit einer unbekannten Tagesordnung – in Polen und der Ukraine weckt das Befürchtungen. Wird noch einmal von großen Mächten über sie gesprochen und entschieden?

          Kroatien nach WM-Finale : Das Ende einer Ära droht

          Stolz und tapfer nehmen die Kroaten ihre Final-Niederlage als gute Verlierer. Für Modric könnte die persönliche Krönung der WM noch bevorstehen. Dennoch kommen wohl unsichere Zeiten auf die Fußball-Nation zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.