http://www.faz.net/-gpf-8p6x4

Jared Kushner : Trumps Schwiegersohn wird Berater im Weißen Haus

  • Aktualisiert am

Donald Trumps Tochter Ivanka mit ihrem Mann Jared Kushner auf einer Party von „Vanity Fair“ (Archivbild) Bild: Reuters

Donald Trump hat seinen Schwiegersohn zu einem wichtigen Berater im Weißen Haus ernannt. Ein Gesetz gegen Vetternwirtschaft stellt seiner Meinung nach kein Problem dar.

          Der künftige amerikanische Präsident Donald Trump hat seinen Schwiegersohn Jared Kushner für einen hochrangigen Beraterposten im Weißen Haus nominiert. Kushner sei während des Wahlkampfs und der Übergangszeit schon ein „enormer Gewinn“ gewesen, erklärte Trump am Montagabend. Nun sei er stolz darauf, ihn künftig in einer Schlüsselrolle an seiner Seite zu haben. Trump wird am 20. Januar ins Amt eingeführt.

          Kushner, der an diesem Dienstag 36 Jahre alt wird, gilt schon jetzt jetzt als eine der einflussreichsten Figuren im Zirkel um Trump. Er soll wesentlich an den Personalentscheidungen des gewählten Präsidenten beteiligt gewesen sein. Während des Wahlkampfs dirigierte er Trumps überaus erfolgreiche Kampagne in den sozialen Netzwerken. Im Wahlkampf hatte Trump über Kushner gesagt, er traue ihm zu, den Nahost-Konflikt zu lösen.

          Ebenso wie Trump ist Kushner Immobilienunternehmer. Er ist außerdem Herausgeber des Wochenblatts „New York Observer“. Die voraussichtliche politische Beraterrolle des Geschäftsmanns an der Seite des Präsidenten dürfte insofern heftige Diskussionen um mögliche Interessenkonflikte auslösen. Erst am Wochenende war der Schwiegersohn des nächsten Präsidenten in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass er kurz nach Trumps Wahl einen chinesischen Immobilien-Tycoon getroffen hatte. In dem Gespräch soll es um Geschäftliches aber auch um Politisches gegangen sein.

          Laut einem Bericht des Fernsehsenders NBC News vom Montag versicherte eine Kushner-Anwältin, dass ihr Mandant die gesetzlich festgelegten ethischen Maßstäbe zur Vermeidung solcher Konflikte beachten werde. Das Kushner-Team habe bereits mit dem für diese Standards zuständigen Regierungsbüro Rücksprache gehalten, um über die nötigen Schritte zu entscheiden.

          Jared Kushner : Trumps Schwiegersohn soll Präsidenten-Berater werden

          Kushner werde aus seiner Firma ausscheiden, „substanzielle Vermögenswerte“ abstoßen und sich aus Regierungsangelegenheiten heraushalten, die seine finanziellen Interessen berührten, sagte Anwältin Jamie Gorelick.

          Gesetz soll Vetternwirtschaft verhindern

          Ein Gesetz gegen Vetternwirtschaft legt allerdings fest, dass amerikanische Präsidenten keine Verwandten anstellen dürfen. Das Gesetz war verabschiedet worden, nachdem der frühere Präsident John F. Kennedy Anfang der sechziger Jahre seinen Bruder Robert zum Justizminister ernannt hatte. Trump-Berater argumentieren jedoch, dass der Präsident größeren Spielraum habe, wenn es um Ernennungen für das Weißen Haus und nicht das Kabinett gehe.

          Die Spekulationen um eine zentrale Beraterrolle des Trump-Schwiegersohns hatten in den vergangenen Tagen zugenommen, nachdem Kushner und Ivanka Trump sich ein Haus in der Hauptstadt als künftiges Domizil ausgesucht hatten.

          Auch von Ivanka Trump wird vermutet, dass sie eine wichtige Rolle an der Seite des Präsidenten spielen wird. Kommentatoren gehen davon aus, dass sie prominenter in Erscheinung treten wird als Trumps Ehefrau Melania. Diese will auch vorerst nicht nach Washington ziehen, sondern mit dem Sohn Barron zumindest solange in New York bleiben, bis der Zehnjährige das Schuljahr abgeschlossen hat.

          Quelle: pach./dpa/AFP

          Weitere Themen

          Stabschef Kelly verteidigt Trumps Verhalten Video-Seite öffnen

          Umgang mit Hinterbliebenen : Stabschef Kelly verteidigt Trumps Verhalten

          John Kelly, Donald Trumps Stabschef, ist dem amerikanischen Präsidenten im Streit um den Umgang mit der Witwe eines getöteten Soldaten zur Seite gesprungen. Er habe gedacht, wenigstens die Kondolenzanrufe des Präsidenten seien noch heilig. Trump wurde zuvor wegen seiner an die Öffentlichkeit geratenen Aussagen heftig kritisiert.

          Die Rede im Wortlaut Video-Seite öffnen

          Bush kritisiert Trump : Die Rede im Wortlaut

          Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten George W. Bush hat die Politik seines Nachfolgers Donald Trump in einer Rede scharf kritisiert – ohne ihn beim Namen zu nennen. Bush wandte sich gegen Isolationismus, Nationalismus und Lügen.

          Topmeldungen

          Austrittsverhandlungen : Die positive Brexit-Erzählung

          Einen Durchbruch bei den Verhandlungen gab wieder nicht – aber eine etwas bessere Stimmung. Für alle Fälle gehen die Briten aber schon das „No Deal“-Szenario durch.
          Martialische Auftritte wie im September in Estland sind noch möglich, aber die Verteidigungsbereitschaft der Nato lässt zu Wüschen übrig.

          Geheimer Nato-Bericht : Allianz nicht verteidigungsfähig?

          Das Verteidigungsbündnis sei einer Auseinandersetzung mit Russland nicht gewachsen, heißt es in einem geheimen Nato-Bericht, aus dem der „Spiegel“ berichtet. Das liege vor allem an dem Niedergang seit dem Kalten Krieg.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.