08.04.2009 · Nach einem Treffen mit Kubas Präsident Raúl Castro traf eine amerikanische Delegation nun auch mit dessen Bruder zusammen. Fidel Castro habe „sehr gesund und dynamisch“ gewirkt - und seinen Wunsch nach einer „Normalisierung der Beziehungen“ bekräftigt.
Eine Delegation von amerikanischen Parlamentariern ist am Dienstag nach einem Treffen mit Präsident Raúl Castro auch mit Kubas Revolutionsführer Fidel Castro zusammengetroffen. Die amerikanische Delegation unter Leitung der demokratischen Abgeordneten Barbara Lee war für fünf Tage nach Kuba gereist, um einen Dialog in Gang zu bringen und folgten einer Einladung Castros zu einem Gedankenaustausch.
Der 82 Jahre alte Fidel Castro habe einen „sehr energiegeladen“ Eindruck gemacht, berichtete Lee dem amerikanischen Fernsehsender CNN. Die Zusammenkunft mit Castro sei „bewegend“ gewesen, er habe sich bei dem Gespräch Notizen gemacht und viele Fragen gestellt, sagte die Abgeordnete. Eine Botschaft der Regierung von Barack Obama habe sie Fidel Castro jedoch nicht überbracht.
Verhältnis der Länder soll sich normalisieren
Bereits am Vortag waren die Abgeordneten mit Kubas Staatschef Raúl Castro zusammengekommen. Das Treffen mit Präsident Raúl Castro wurde von Beobachtern als Versuch von seiner Seite gewertet, die Beziehungen Havannas mit den Vereinigten Staaten zu normalisieren. Auch Lee, erklärte, die Reise sei zustande gekommen, weil die Welt eine Änderung in der Außenpolitik unter Obama erwarte. „Es ist an der Zeit, den Dialog mit Kuba zu eröffnen“, betonte Lee.
Fidel Castro schrieb in einem Kommentar zu dem Besuch, Kuba fürchte sich nicht vor einem Dialog mit den Vereinigten Staaten. „Wir brauchen aber auch keine Konfrontation um zu existieren, wie einige Verrückte denken“, schrieb der Revolutionsführer und bekräftigte seinen Wunsch nach einer „Normalisierung der Beziehungen“ zwischen den beiden Staaten. Nach dem Amtsantritt von Präsident Obama sei der „historische Moment“ dazu gekommen.
Die Abgeordnete Lee erklärte, die Parlamentarier seien optimistisch, dass sich die Haltung Washingtons im Hinblick auf das seit 1962 geltende Wirtschaftsembargo ändern werde. Erst vor kurzem hatte der amerikanische Kongress das Reisen von Exilkubanern nach Kuba erleichtert. „Die Delegation erkennt, dass es noch eine Menge zu tun gibt, um die Dinge zu ändern“, sagte Lee weiter. „Aber es lohnt sich, wenn es sich um die Normalisierung der Beziehungen handelt.“