Einen Tag nach Inkrafttreten der Waffenruhe im Süden Syriens ist die Lage in der Region nach Angaben von Beobachtern weitgehend ruhig. Es gebe nur vereinzelt Verstöße gegen die Vereinbarung, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. In der Region Daraa seien vier Raketen eingeschlagen, zudem habe es einen Schusswechsel zwischen Rebellen und Armee in dem Dorf Al Naima gegeben. Opfer habe es nicht gegeben.
„Im Großen und Ganzen ist es in den drei Provinzen ruhig“, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien stützt sich auf ein Netz von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.
Die mit Hilfe von Vertretern der Vereinigten Staaten, Russlands und Jordaniens ausgehandelte Waffenruhe gilt für die südlichen Provinzen Daraa, Kuneitra und Sueida. In Genf beginnt am Montag eine weitere Runde der Syrien-Friedensgespräche unter UN-Schirmherrschaft. Die vergangenen sechs Runden unter UN-Vermittlung hatten keine substantiellen Fortschritte gebracht.
Die zuvor letzte Runde der Genfer Syrien-Verhandlungen war am 19. Mai ohne Ergebnis beendet worden. Als größtes Hindernis gilt die politische Zukunft Assads. Während die Opposition seinen Rückzug fordert, verweigert die Regierung eine Diskussion darüber. Russland und Iran stehen auf der Seite Assads, die Türkei unterstützt Rebellengruppen. Außerdem sind auch terroristische Gruppen an dem Bürgerkrieg beteiligt, der schon Hunderttausende Menschen das Leben gekostet hat. Allen Seiten werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.
