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Veröffentlicht: 16.07.2017, 15:53 Uhr

Kommentar Nicht abziehen!

Das Besuchsverbot für Konya ist eine billige Retourkutsche Erdogans. Die Bundesregierung sollte sich aber nicht zu einem Abzug der Soldaten provozieren lassen. Das könnte die Nato empfindlich schwächen.

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Von Incirlik werden die Bundeswehrsoldaten abgezogen – sollten sie nicht auch vom türkischen Nato-Stützpunkt Konya abgezogen werden, schließlich hat die Türkei einen Besuch von Bundestagsabgeordneten auch dort abgesagt?

Klaus-Dieter Frankenberger Folgen:

Nein, sollten sie nicht. Zweifellos ist das Gebaren der türkischen Führung schwer zu ertragen; es ist eine billige Retourkutsche für die Absage eines Erdogan-Auftritts in Hamburg. Aber die deutschen Soldaten sind in Konya Teil einer Nato-Mission. Wer sie abzieht, macht die Erfüllung des Auftrags, die luftgestützte Aufklärung von Bewegungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“, nahezu unmöglich. Denn die Bundeswehrsoldaten stellen einen wesentlichen Teil der Besatzung.

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Es ist schlimm, wenn Präsident Erdogan den Spaltpilz auch in die Nato trägt und deren potentielle Schwächung in Kauf nimmt. Den Gefallen, dabei mitzuwirken, sollte Deutschland ihm aber nicht tun. Die Bundeswehr ist nicht zu Erdogans Plaisir in Konya, sondern im Auftrag der Allianz. Wie im Wahn zerstört Erdogan die Partnerschaftsfähigkeit der Türkei; das ist bedauerlich, aber letztlich seine Sache.

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Von Reinhard Müller

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