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Deutscher Soldat in Afghanistan getötet Jung: Bundeswehreinsatz muss weitergehen

27.08.2008 ·  Nach dem Tod eines deutschen Fallschirmjägers in Afghanistan hat Verteidigungsminister Jung davor gewarnt, den Bundeswehreinsatz dort infrage zu stellen. Deutschland müsse weiter zur Stabilität in Afghanistan beitragen.

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Beim schwersten Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan in diesem Jahr ist am Mittwoch ein deutscher Fallschirmjäger getötet worden. Vier weitere Soldaten des Fallschirmjäger-Bataillons 263 wurden verletzt, als ihre Patrouille bei Kundus in eine Sprengfalle geriet, teilte Verteidigungsminister Franz Josef Jung mit. Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte „tief erschüttert“.

Bei schweren Kämpfen im Süden des Landes wurden unterdessen mehr als 30 mutmaßliche Talibankämpfer getötet, teilten die afghanische Polizei und die amerikanischen Streitkräfte mit. Ein Mitarbeiter einer japanischen Hilfsorganisation wurde einen Tag nach seiner Entführung im Osten tot aufgefunden. Die Organisation Peschawar-Kai, die in der Region Krankenhäuser betreibt, bestätigte den Tod des 31 Jahre alten Landwirtschaftsfachmanns. Der Japaner war Berichten zufolge am Dienstagmorgen in der Nähe der Stadt Dschalalabad verschleppt worden.

Jung: Bundeswehreinsatz muss weitergehen

Jung betonte, der Bundeswehreinsatz in Afghanistan dürfe nach dem Angriff auf die Fallschirmjäger nicht infrage gestellt werden. Nach seinen Angaben kam der Hauptfeldwebel der Fallschirmjägereinheit aus aus Zweibrücken am frühen Mittwochmorgen ums Leben, als sein Patrouillenfahrzeug südlich von Kundus in eine Sprengfalle geriet.

Die Patrouille war laut Jung mit acht Fahrzeugen unterwegs gewesen. Kurz nachdem sie gegen sieben Uhr deutscher Zeit den Fluss Kundus durchquert habe, sei der erste Wagen - ein geschütztes Fahrzeug des Typs Wolf -in die Sprengfalle geraten und in die Luft geflogen. Der Hauptfeldwebel, der die Patrouille angeführt habe, sei sofort tot gewesen.

Der Minister informierte am Morgen das Bundeskabinett über den Anschlag, den er als feige und hinterhältig verurteilte. Merkel sprach im Namen des gesamten Kabinetts den Hinterbliebenen Beileid aus und wünschte den Verletzten rasche Genesung. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erschüttert. „Wir verurteilen den feigen Anschlag aufs Schärfste“, sagte der SPD-Politiker. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und den Kameraden des getöteten Soldaten.“ Auch die Bundestagsfraktionen trauerten um den getöteten Soldaten. Die Linke verband damit die Forderung nach Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.

Sicherheitslage verschärft

Jung wies darauf hin, dass sich die Sicherheitslage im Norden des Landes seit einiger Zeit verschärft habe. Deshalb sei das Wiederaufbauteam (PRT) in Kundus bereits verstärkt worden. Die von dem Anschlag am Mittwoch betroffenen Bundeswehrsoldaten hätten zu dieser Verstärkungseinheit gehört. Vor Selbstmordanschlägen sei man aber nie gefeit, räumte der Minister ein.

Es handelt sich bereits um den dritten Anschlag im August. Anfang des Monats waren drei Bundeswehrsoldaten bei einem Selbstmordattentat in der Nähe von Masar-i-Scharif verletzt worden. Vor einer Woche war eine Patrouille in der Nähe von Feisabad angegriffen worden. Bei dem darauffolgenden Schusswechsel wurde einer der Angreifer verwundet. Er erlag später seinen Verletzungen.
Die Bundeswehr ist im Rahmen der Isaf-Mission für die Sicherheit in Nordafghanistan zuständig. Seit Beginn der Afghanistan-Mission 2002 sind bereits 26 Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen.

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